Bis Ende Oktober muss die Bundesregierung das Universitäts-Budget für die Jahre 2028 bis 2030 beschließen. Aktuell steht dafür eine Summe von 15,5 Milliarden Euro für alle Universitäten im Raum, die Universitätenkonferenz uniko hat einen Bedarf von 18 Milliarden Euro errechnet und angemeldet. Nicht nur gäbe es keinen Ausgleich für die gestiegenen Kosten, das wäre eine faktische Kürzung in Höhe von einer Milliarde Euro. Peter Riedler, Rektor der Universität Graz, appelliert an die Regierung: „Uns allen ist bewusst, dass wir in budgetär herausfordernden Zeiten leben. Die entscheidende Frage ist nicht, ob Universitäten sparen können. Das können und werden sie. Entscheidend ist, dass der Sparkurs nicht jene Strukturen beschädigt, die mit viel Anstrengung aufgebaut wurden und die wir Menschen für die Zukunft brauchen.“
Die Steiermark erwirtschaftet aktuell mit ihrer Forschungsquote mehr als ein Fünftel der gesamten österreichischen Forschungs- und Entwicklungsleistungen; rund ein Viertel davon entfällt auf die öffentlichen Hochschulen. Deshalb ist es gerade für die steirischen Universitäten entscheidend, Klarheit über die tatsächliche Größenordnung und Struktur des Universitätsbudgets zu bekommen. Denn gerade in der Steiermark haben die Universitäten bereits vor mehr als zwanzig Jahren begonnen, intensiv auf Kooperationen zu setzen und die Kräfte zu bündeln. (z.B. NAWI Graz, BioTechMed-Graz, Kunst-TU, iHub Graz, Gründungsgarage, Lehramtsausbildung).
Für den Wissenschafts-, Wirtschafts- und Kulturstandort Steiermark wären Einschnitte bei Forschung, Lehre und wissenschaftlichem Nachwuchs daher unmittelbar spürbar. „Dass die Steiermark mit 5,3 Prozent die höchste Forschungsquote Österreichs hat, ist kein Zufall, sondern Ergebnis dieser Verzahnung. Die steirischen Universitäten erwirtschaften jedes Jahr 1,25 Milliarden Euro an Wertschöpfung und sichern rund 20.000 Arbeitsplätze“, erklärte Monika Köppl-Turyna, Direktorin von Eco Austria, bereits im September. „Drei bis zehn Prozent des realen Wirtschaftswachstums gehen auf universitäre Forschung und Lehre zurück. Genau deshalb sind Kürzungen in diesem Bereich so gefährlich.“
Gegenüber der Austria Presse Agentur (APA) warnt auch der Rektor der Universität Wien, Sebastian Schütze, vor Budgeteinschnitten. "Wir haben verstanden, dass die Universitäten etwas beitragen müssen - aber das sollte vernünftig und mit Augenmaß geschehen“, sagt Schütze. Aber: "Ich würde sagen: Jeder Abschluss unter 17 Mrd. würde zu einer absoluten Katastrophe führen, einen Rückbau erzwingen." Uni-Graz-Rektor Riedler unterstreicht dies und betont: „Die Breite der universitären Ausbildung in Österreich ist kein Luxus, sondern eine Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft.“
Mehr Informationen zu den Budget-Verhandlungen: Unis retten