Florian Bieber: Europa darf sich nicht auf die USA als Schutzmacht verlassen

Barbara Stelzl-Marx: Auch nach 80 Jahren wirkt das Erlebte noch nach

2025 gibt besonderen Anlass, gleich mehrerer richtungweisender historischer Ereignisse zu gedenken. Vor 80 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Der Österreichische Staatsvertrag wird 70. Vor 30 Jahren trat Österreich der Europäischen Union bei. Das Jahrzehnt vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs war in Österreich und Deutschland geprägt von starken sozialen Spannungen, einer Polarisierung der Gesellschaft, Unversöhnlichkeiten, Hass und antidemokratischen Entwicklungen. Ähnliches erleben wir auch heute. Viele Menschen wünschen sich – laut Umfragen – wieder einen starken Mann, einen „Führer“. Haben wir vergessen, wohin das in den 1930er-Jahren führte und wie sehr unsere Eltern, Großeltern und Urgroßeltern darunter zu leiden hatten? Barbara Stelzl-Marx, Professorin für Europäische Zeitgeschichte an der Universität Graz und Leiterin des Ludwig Boltzmann Instituts für Kriegsfolgenforschung, arbeitet mit ihrem Team daran, über Forschung und Vermittlung die Erinnerung wachzuhalten, so dass sie uns berührt und uns davor bewahrt, die gleichen Fehler noch einmal zu machen.

Warum Trump im Leben der Amerikaner:innen keine Hauptrolle spielt

Heute, am 20. Jänner 2025 tritt Donald Trump zum zweiten Mal das Amt des US-Präsidenten an. In Europa hat er zuletzt mit territorialen Ansprüchen auf Grönland für Irritationen gesorgt. Auch seine Ankündigung, Importe mit Zöllen zu belegen, ist keine gute Nachricht im Hinblick auf die transatlantischen Beziehungen. Aber was sagen die US-Bürger:innen eigentlich zu so einem Präsidenten? Die Amerikanistin Roberta Maierhofer erklärt, warum es der Businessman wieder an die Spitze der USA schaffen konnte und die Mehrheit seiner Landsleute sich nicht um Details seiner Politik kümmert.

Neue Studie: Intensität von extremen Hitzewellen könnte viel stärker zunehmen als erwartet

Hitzewellen werden im Klimawandel heftiger, das weiß die Wissenschaft schon länger. Eine neue Studie unter Leitung der Universität Graz zeigt nun aber, dass die Zunahme der Intensität besonders starker Hitzewellen in großen Regionen noch viel stärker ausfallen wird, als bisher erwartet. „Diese Ergebnisse haben dramatische Folgen für die Planung von Anpassungsmaßnahmen. Aktuelle Klimarisikobewertungen könnten die Entwicklung erheblich unterschätzt haben“, sagt Douglas Maraun, Hauptautor der Studie, die soeben im renommierten Wissenschaftsjournal Nature Communications erschienen ist.

Wie der Klimawandel den Erdboden stresst: Studie zeigt Auswirkungen auf Grünland

Tiefe Risse auf Wiesen und Erdböden – spätestens im Sommer zeigt sich wieder dieses Bild. Und das immer häufiger, denn Dürreperioden nehmen zu. Sie verändern aber nicht nur das Wachstum von Pflanzen, sondern stören massiv den Wasserhaushalt darunter. Der ohnehin oft spärliche Regen fließt zu schnell ab und kann nicht mehr gespeichert werden, wie Forschungen unter Beteiligung von Geolog:innen der Universität Graz zeigen. Die Studie wurde im internationalen Fachmagazin Science veröffentlicht.