Als Vorsitzende der Universitätsräte haben wir stets Verständnis dafür gezeigt, dass auch die Universitäten einen Beitrag zur Budgetkonsolidierung leisten müssen. Gleichzeitig haben wir darauf gedrängt, in einem konstruktiven Dialog eine tragfähige Lösung für die zukünftige Finanzierung der Universitäten zu finden. Das nun vorgelegte Budget bleibt deutlich hinter dem gemeinsam mit der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko) ermittelten Finanzierungsbedarf von 18 Milliarden Euro für die Leistungsperiode 2028 bis 2030 zurück. Besonders enttäuschend sind der Verlauf des Dialogs und die mangelnde Transparenz der vorgelegten Zahlen.
Der Betrag von unter 16 Milliarden Euro für drei Jahre sichert in keiner Weise eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Universitäten und gefährdet eine Reihe von erfolgreichen Initiativen und neuen Projekten. Ohne Inflationsausgleich bedeutet diese Entwicklung eine erhebliche reale Kürzung von deutlich mehr als zehn Prozent. Die Folgen wären gravierend. Auch die internationale Reputation der österreichischen Universitäten und die Innovationskraft des Landes würden stark darunter leiden.
Ein möglicher Weg aus der Situation ist, zusätzliche Finanzierungsverpflichtungen außerhalb des Universitätsbudgets abzudecken. Die Gehälter von Ärztinnen und Ärzten, die Finanzierung der IT:U und der FTI-Pakt dürfen nicht zulasten der ohnehin angespannten Budgets der Universitäten gehen. Wir appellieren daher an die Bundesregierung, diese Positionen außerhalb des vorgesehenen Rahmens von knapp 16 Milliarden Euro zu finanzieren und gleichzeitig zu gewährleisten, dass der gesamte Betrag von 16 Milliarden Euro in den Leistungsvereinbarungen zugeteilt wird und keine Budgetreserven im Ministerium zurückbehalten werden. Dies könnte ein entscheidender Schritt sein, um den finanziellen Spielraum der Universitäten zu verbessern und die drohenden Einschnitte zumindest zu begrenzen.
Selbstverständlich werden wir in den Aufsichtsorganen darauf achten, dass notwendige Strukturreformen und Optimierungen in den Verwaltungs- und Studienabläufen und den Prozessen sowie verbindliche Formen der Kooperation rasch und effizient umgesetzt werden. Die Reduktion von parallel angebotenen Studienrichtungen mit niedrigen Studierendenzahlen werden wir ebenfalls unterstützen. Dies wird aber nur möglich sein, wenn Reformvorhaben nicht durch reine Einsparungsmaßnahmen und Verteilungskämpfe überlagert werden. Zur Effizienzsteigerung der Universitäten ist auch der Gesetzgeber gefordert, da die studienrechtlichen Rahmenbedingungen eine wesentliche Voraussetzung für ein zielgerichtetes und erfolgreiches Studieren sind.
Eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Universitäten ist ein zentraler Beitrag für eine stabile Demokratie, gesellschaftlichen Fortschritt und eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung Österreichs.
Dr.in Hildegund Amanshauser, Universität für angewandte Kunst Wien; Univ.-Prof. Dr. Arne Bathke, stellvertretender Vorsitzender Veterinärmedizinische Universität Wien; Mag. Herbert Beiglböck, MBA, Universität Graz; Mag.a Dr.in Andrea B. Braidt, MLitt Privatdoz, Kunstuniversität Linz; Dr.in Eva Dichand, Medizinische Universität Wien; Dr. Bernhard Hainz, Akademie der bildenden Künste Wien; Dr. Michael Heinisch, Medizinische Universität Graz; Prof. Herwig Hösele, Universität für Musik und darstellende Kunst Graz; Dr.in Cattina Leitner, LL. M., Wirtschaftsuniversität Wien; DI Georg List, MBA, stellvertretender Vorsitzender Technische Universität Graz; Univ.-Prof.in Dr.in Elisabeth Lovrek, Universität Wien; Mag.a Angelika Möser, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien; Univ.-Prof.in Dr.in Katharina Pabel, Universität Linz; Dipl.-Ing. Josef Plank, Universität für Bodenkultur Wien; Univ.-Prof.in Dr.in Rosa Reitsamer, Universität Mozarteum Salzburg; Dr. Reinhard Schretter, lic.oec, Universität Innsbruck; Dr.in Marianne Schulze, LL.M., Universität Salzburg; emer. Univ.-Prof.in Dr.in Dr.in Christiane Spiel, Montanuniversität Leoben; Univ.-Prof.in Dr.in rer. nat. Johanna Stachel, Technische Universität Wien; Mag. Werner Wutscher, MPA, Universität Klagenfurt; Dr.in Elisabeth Zanon, Medizinische Universität Innsbruck