Die Bundesregierung will den österreichischen Universitäten für die Jahre 2028-2030 knapp 16 Milliarden Euro als Globalbudget zur Verfügung stellen. Damit gibt es nicht nur keinen Ausgleich für die Inflation, zusätzlich müssen Ausgaben gedeckt werden, die bisher aus Sondermitteln gedeckt wurden wie Ärzt:innengehälter und die neue IT:U in Linz. Die Folgen: 10 Prozent weniger Personal, eine Schwächung des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts und Verschlechterungen für Studierende, etwa, wenn es um Lehrveranstaltungen, Betreuung und Beratung geht.
Am 22.10.2026 gingen daher zehntausend Studierende und Mitarbeiter:innen in Wien auf die Straße, um gegen diese Kürzungen zu demonstrieren. Auch hunderte Studierende aus Graz sind dafür extra mit Bussen und Zügen angereist. Unterstützt wurden die Proteste auch von den Rektoren der Universitäten, die auch Mitarbeiter:innen zur Teilnahme aufgerufen hatten. Auch Uni-Graz-Rektor Peter Riedler schloss sich der Kundgebung persönlich an.
Mit Startpunkt vor der Technischen Universität Wien bewegte sich der Protestzug ab 15 Uhr in Richtung Universität Wien. Mit kreativen Schildern skandierten die Demonstant:innen aus allen Altersgruppen „Unsere Unis, unsere Bildung!“ oder „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns unsere Bildung klaut!“. Performer:innen machten an der Spitze des Zuges mit lauter Musik Stimmung, so konnten die Unis in der Hauptstadt nicht überhört werden.
Bis zum 31.10. muss das Budget beschlossen werden, bis dahin hat die Regierung noch Zeit, um die verheerenden Auswirkungen zu verhindern. Vor der Uni Wien appellierte die Präsidentin der Universitätenkonferenz (uniko), Brigitte Hütter, daher erneut an die Regierung, den Forschungsstandort Österreich und die Zukunft der Studierenden nicht aufs Spiel zu setzen. ÖH-Chefin Viktoria Kudrna äußerte die Hoffnung, dass das Budget nochmals aufgebessert wird. Der Protest verlief größtenteils friedlich, während der Endkundgebung gerieten einzelne Demonstrierende mit der Polizei aneinander.
Einen Tag vor der Demonstration haben sich auch die Universitätsräte an die Regierung gewandt und gefordert, dass das knappe Budget zur Gänze den Universitäten zufließen soll. Die Ärztegehälter sowie die IT:U in Linz sollten laut den Uniräten aus anderen Töpfen finanziert werden und das Wissenschaftsministerium sollte auf Rücklagen verzichten.