Heide Bruckner will in ihrem Projekt der Bevölkerung der Fidschi- und der Salomonen-Inseln im Pazifik Gehör verschaffen. Dabei richtet sie den Fokus auf die Beziehung der Menschen zu den Mangrovenwäldern ihrer Heimat als ein wesentliches Element für den Schutz dieser wertvollen Ökosysteme.
Wie der Faktor Zeit Chancen und Fairness in der Arbeitswelt beeinflusst, untersucht Silvana Weiss. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Anforderungen der Organisationen im Zusammenspiel mit individuellen zeitlichen Möglichkeiten Ungleichheiten erzeugen, verfestigen oder verringern.
Rektor Peter Riedler gratuliert den beiden Forscherinnen und freut sich über den großen Erfolg: „Die Universität Graz unterstützt vielversprechende Talente dabei, ihr volles Potenzial zu entfalten. Die Einwerbung internationaler Fördermittel ist für die Universität und den Wissenschaftsstandort Graz von großer Bedeutung.“
Indigene Erzählungen gegen koloniale Narrative
Die Südseestaaten Fidschi und Salomonen haben die größten Mangrovenwälder der pazifischen Inseln. Diese Ökosysteme erfüllen wichtige Funktionen im Klimaschutz. Zum einen binden sie CO2 aus der Atmosphäre, zum anderen bewahren sie die Küsten vor Erosion und Überflutung, wenn der Meeresspiegel steigt. Dennoch ist ihr Schutz keine Selbstverständlichkeit. In Fidschi sollen sie Sandstränden für Tourist:innen Platz machen. Auf den Salomonen müssen sie Transportwegen für den Holzexport durch malaysische und chinesische Unternehmen weichen. Bereits während der Kolonialisierung durch die Briten wurden Mangrovenwälder gerodet, um an der Küste Häfen anzulegen.
„Ausgehend von Archiv-Recherchen werden wir uns kritisch mit diesem Erbe auseinandersetzen und aufzeigen, wie es bis heute in Wirtschaft und Gesellschaft fortwirkt“, erklärt Heide Bruckner. Sie will, dass die Inselbewohner:innen ihre eigenen Geschichten erzählen, über ihre Traditionen, Erfahrungen und Emotionen, die ihre Gemeinschaften seit Jahrhunderten mit den Mangroven verbinden. Diese Geschichten sollen die Menschen ermächtigen, ihre Zukunft selbst zu gestalten. „Denn unsere Beziehung zu einer Landschaft beeinflusst die Art und Weise, wie wir mit ihr umgehen. Wir müssen die Natur mit allen Sinnen wahrnehmen, um unser Verhältnis zu ihr und die Sorge um sie zu vertiefen“, unterstreicht die Wissenschaftlerin.
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Forscherin untersucht den Einfluss von Zeit in der Arbeitswelt
Abgabetermine, Projektfristen, Dienstpläne, aber auch persönliche Umstände – Zeit spielt fürs Arbeitsleben eine ganz zentrale Rolle. Wie dieser Faktor Chancen und Fairness im Job beeinflusst, untersucht Sozialwissenschaftlerin Silvana Weiss.
„Es beginnt schon beim Bewerbungsprozess“, zeigt die Forscherin auf. Wann wird ausgeschrieben? Wie lange läuft die Frist? Wann wird zum Vorstellungsgespräch eingeladen? „Hat eine Person Betreuungspflichten oder wird krank, kann das jemanden ausschließen, obwohl formal für alle Interessent:innen dieselben Bedingungen gelten“, schildert die Wissenschaftlerin am Institut für Personalpolitik der Uni Graz. Zeitliche Mechanismen bestimmen den gesamten Job-Alltag. Das größere Augenmerk auf Work-Life-Balance sowie der zunehmende Einsatz von KI verändern zusätzlich die Sichtweise auf das Thema.
Weiss macht die Bedeutung des Faktors Zeit an einigen Fragen fest: „Wie lange wird gearbeitet? In welchem Tempo? Zu welcher Uhrzeit werden Meetings angesetzt? Entscheidend ist, wer kann diese Anforderungen erfüllen und wer wird dadurch benachteiligt oder auch begünstigt?“
Antworten darauf will die Sozialwissenschaftlerin mit Hilfe von Fallstudien in unterschiedlichen Berufsfeldern, darunter die IT- und Softwarebranche sowie der Gesundheits- und Pflegesektor, erhalten. Zusätzlich begleitet sie berufliche Verläufe in wiederholten Interviews und analysiert europäische Arbeitsmarktdaten.
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