Österreichs Hochschullandschaft hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark weiterentwickelt. Gab es Anfang der 1990er-Jahre nur die öffentlichen Universitäten, können Studierende heute aus 77 Hochschulen wählen: 23 staatliche Universitäten, 19 Privatuniversitäten, 21 Fachhochschulen oder 14 Pädagogische Hochschulen.
Nun hat die Regierung die Hochschulstrategie 2040 ins Leben gerufen. In acht Arbeitsgruppen arbeiten Vertreter:innen aus den Hochschulen zusammen mit externen Expert:innen an Visionen und Zielen, um den Hochschulraum Österreich fit für die Zukunft zu machen. „Dabei geht es darum, die Stärken einzelner Standorte gezielt weiterzuentwickeln und Doppelgleisigkeiten zu reduzieren“, erklärte Peter Riedler, Rektor der Universität Graz, bei der Informationsveranstaltung Uni.Talk am 16. April 2026 in der Aula der Uni Graz.
Als Experte ist der Hochschulforscher Martin Unger Teil einer Arbeitsgruppe. Er beschäftigt sich mit internationalen Bildungsräumen und erklärte in einem Impulsvortrag, wo Österreich im internationalen Vergleich steht. Die Zahlen zeigen deutlich: Österreich bietet viele Möglichkeiten für ein Studium. „Umgerechnet auf die Bevölkerung haben wir 8,2 Hochschulen pro einer Million Einwohner:in“, erläuterte Unger. Damit liege Österreich über dem EU-Schnitt von 7,9 Hochschulen pro Million und deutlich über Ländern wie Deutschland, der Schweiz oder Schweden.
Und der Blick auf die Studierendenzahlen offenbart noch etwas: Die Hälfte aller ordentlichen Studierenden verteilt sich auf nur sechs Universitäten, die Universität Graz ist eine davon. Betrachtet man alle Rechtsformen, sind 80 Prozent aller Studierenden an nur 20 Hochschulen eingeschrieben. „Wir haben sehr viele, teils stark spezialisierte Angebote, die sehr unterschiedlich finanziert werden“, sagte Unger beim Vortrag. Die größte Chance für Österreichs Hochschulen sieht Unger aber nicht in Zusammenlegungen, sondern in einer stärkeren Kooperation. Und der Hochschulraum Steiermark sei hier ein klares Vorbild.