Ziel ist es, sogenannte zirkulierende Tumorzellen, die sich vom Gewebe lösen und über das Blut im Körper ausbreiten, präziser zu bestimmen. Diese Zellen werden mit bestehenden Methoden aus Blutproben gewonnen. Das Team untersucht dabei winzige Proteine auf der Oberfläche dieser Zellen. Projektleiter Jan Enenkel erklärt: „Diese Eiweiße sind nur wenige Nanometer groß – viele tausend Mal kleiner als ein menschliches Haar – und können wichtige Informationen über die Eigenschaften des Ursprungstumors liefern.“ Während aktuelle Verfahren vor allem bestimmen, welche Proteine vorhanden sind und in welcher Menge sie auftreten, soll die neue Methode mehr Hinweise über die molekulare Organisation auf der Zelloberfläche erfassen.
Brust- sowie Prostatakrebs
Im Fokus stehen unter anderem zirkulierende Zellen von Brust- sowie Prostatakrebs, die zu den häufigsten Krebserkrankungen zählen. „HER2-positive Brustkrebszellen eignen sich besonders für die Untersuchung, da sie ein bestimmtes Oberflächenprotein in bestimmten Zuständen aufweisen, das mit unserer Technik analysiert werden kann“, begründet Enenkel.
Die Physiker:innen nutzen dafür speziell geformtes Laserlicht und in dessen Brennpunkt eine winzige Gold-Nanokugel, um kleinste chemische Unterschiede auf den einzelnen Tumorzellen sichtbar zu machen. In den kommenden 18 Monaten soll ein erster funktionsfähiger Prototyp des Analysegeräts entstehen. „Langfristig wollen wir die Technologie so weiterentwickeln, dass sie künftig zusätzliche Daten über Krebszellen liefern kann, die mit heutigen Verfahren nur schwer zugänglich sind“, skizziert Enenkel seine Vision Die gewonnenen Informationen könnten, so der Wissenschaftler, eines Tages dazu beitragen, personalisierte Therapieentscheidungen zu unterstützen.