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Universität Graz Neuigkeiten Gewichtige Gemeinschaft: die Schlüsselrolle von Bodenkrusten im Erdsystem

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Donnerstag, 07.05.2026

Gewichtige Gemeinschaft: die Schlüsselrolle von Bodenkrusten im Erdsystem

Bettina Weber ©Uni Graz/Tzivanopoulos
©Uni Graz/Tzivanopoulos

Bettina Weber rückt die Bedeutung von Bodenkrusten ins Licht. Uni Graz/Tzivanopoulos

Sie stehen oft im Schatten der Pflanzenwelt: Flechten, Pilze, Moose und Bakterien, die auf Gesteinen und Bäumen oder als Bodenkrusten einzigartige Gemeinschaften bilden. Bettina Weber von der Uni Graz rückt dieses biologische Bündnis ins Rampenlicht der Forschung. Ihre Untersuchungen zeigen, dass diese Lebensgemeinschaften einen wesentlichen Bestandteil der kritischen Zone der Erde bilden und eine Schlüsselrolle bei den Wechselwirkungen zwischen Land und Atmosphäre spielen. Für ihre bahnbrechende Forschungsarbeit wurde Bettina Weber Anfang Mai von der europäischen Vereinigung der Geowissenschaften (European Geosciences Union) ausgezeichnet.

Als „verdeckte Schönheiten“ bezeichnet Bettina Weber die sogenannten Kryptogamen-Gemeinschaften aus Moosen, Flechten, Pilzen, Cyano- und anderen Bakterien. Das Interesse dafür hatte sie schon im Studium an der Universität Würzburg gepackt. „Viele haben mich gefragt, wozu das gut sein soll. Das hat mich angetrieben zu untersuchen, welche Bedeutung diese Miniator-Gesellschaften in weltweit relevanten Prozessen haben“, erinnert sich die Professorin am Institut für Biologie der Universität Graz. Ein besonderer Fokus ihrer Arbeiten liegt auf biologischen Bodenkrusten (Bodenkrusten), die vor allem in Trockengebieten, aber auch in arktischen und hochalpinen Regionen substanziell sind. Im Rahmen ihrer Arbeiten hat Bettina Weber die erste und bislang einzige globale Verbreitungskarte für Bodenkrusten erstellt. Sie bedecken weltweit rund zwölf Prozent der Erde. In Trockengebieten machen sie sogar ein Drittel aus.  Die größten Gebiete liegen in Afrika, Asien, Australien sowie im Mittleren Westen der USA. Diese Lebensgemeinschaften festigen den Boden, haben eine natürliche Düngewirkung und schützen hierdurch vor Wüstenbildung.

In ihren Arbeiten hat Bettina Weber gezeigt, dass Kryptogamen-Gemeinschaften eine gewichtige Rolle im globalen Stickstoffkreislauf haben. Einerseits aufgrund ihrer Relevanz bei der natürlichen Fixierung, aber andererseits auch wegen der Freisetzung klimarelevanter Verbindungen des Elements. Außerdem zeigten ihre Studien, dass Bodenkrusten die Freisetzung von Wüstenstaub effektiv verhindern und hiermit eine wesentliche Aufgabe für das Klima sowie die menschliche Gesundheit erfüllen. Daher warnt Bettina Weber vor deren Verschwinden: „Der Klimawandel und die zunehmende Landnutzung gefährden Bodenkrusten, so dass bis zum Jahr 2070 bis zu 40 Prozent verloren gehen könnten.“ Aus diesem Grund stellt die Aufklärung zur Bedeutung und zum Erhalt dieser biologischen Zusammenschlüsse sowohl in Schulklassen als auch bei relevanten Stakeholdern wie Landwirt:innen und Naturschützer:innen einen weiteren Aspekt ihrer Arbeit dar.

„Bettina Weber prägt die Forschung zu Biokrusten und Kryptogamen-Gemeinschaften und übt einen nachhaltigen Einfluss auf die globale Umweltwissenschaft aus“, begründete die European Geosciences Union, die weltweit rund 20.000 Wissenschaftler:innen vereint. Sie zeichnete Weber bei der Jahrestagung am 5. Mai 2026 in Wien mit der Alina-Kabata-Pendias-Medaille aus.

Bettina Webwer und Heike Knicker mit Zertifikat
Bettina Weber (links) erhielt die Auszeichnung von Heike Knicker, Präsidentin der „Division on Soil System Sciences“ der European Geosciences Union. Foto: Dirk Bongartz
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Erstellt von Andreas Schweiger

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