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Universität Graz Neuigkeiten EU unterstützt Team um Molekularbiologin Brigitte Pertschy mit rund zehn Millionen Euro

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Donnerstag, 06.11.2025

EU unterstützt Team um Molekularbiologin Brigitte Pertschy mit rund zehn Millionen Euro

Eine Frau steht im Labor

Die Molekularbiologin Brigitte Pertschy legt den Fokus ihrer Forschung auf bestimmte, kleine RNA-Protein-Komplexe - die "snoRNPs". Sie helfen aktiv beim Zusammenbau der Ribosomen, die Proteine herstellen. Foto: Uni Graz/Angele.

Der European Research Council (ERC) fördert das Projekt „snoOPERA“ mit rund zehn Millionen Euro, um den Aufbau zellulärer Proteinfabriken zu erforschen. Die vier beteiligten Forscher:innen möchten klären, wie winzige RNA-Protein-Komplexe die Bildung von Ribosomen steuern – ein Schlüssel zum Verständnis von Krankheiten wie Krebs oder Alzheimer.

Proteine sind für alle Zellen überlebenswichtig. Hergestellt werden sie laufend in den körpereigenen Proteinfabriken, den Ribosomen. Wie die Ribosomen zusammengebaut werden, steht im Zentrum eines von der EU geförderten Spitzenforschungsprojekts, das die Universität Graz koordiniert. Beteiligt sind Partner:innen in Deutschland, Frankreich und den USA. Der European Research Council (ERC) unterstützt das Projekt „snoOPERA“ mit insgesamt rund zehn Millionen Euro über sechs Jahre. 

Rektor Peter Riedler freut sich über den Zuschlag für eine der anspruchsvollsten und prestigeträchtigsten Forschungsförderungen Europas: „Auszeichnungen wie der ERC Synergy Grant zeigen, dass unsere Forscher:innen auf internationalem Spitzenniveau arbeiten und mit ihrer Expertise wichtige Beiträge zum Verständnis grundlegender biologischer Prozesse leisten.“

Blick ins molekulare Orchester

Fehler in der Ribosomenbildung können schwerwiegende Folgen haben, erklärt Brigitte Pertschy vom Institut für Molekulare Biowissenschaften der Uni Graz: „Wenn beim Zusammenbau etwas schiefläuft, kann das die Proteinproduktion stören. Und das wiederum steht im Verdacht, an Krankheiten wie Krebs oder neurodegenerativen Erkrankungen beteiligt zu sein.“ Noch gehe es aber um Grundlagenforschung: „Wir wollen verstehen, wie die Zellmaschinen überhaupt richtig gebildet werden.“ 

Der Fokus der Forscher:innen liegt auf bestimmten, kleinen RNA-Protein-Komplexen, den „snoRNPs“. „Diese Moleküle sind wie unsichtbare Dirigenten in einem gigantischen Orchester“, erklärt Pertschy. „Wir haben entdeckt, dass eine ganze Gruppe dieser kleinen Teilchen weit mehr Funktionen hat, als man bisher dachte – sie helfen aktiv beim Zusammenbau der Ribosomen.“ Mit modernsten Methoden wie Kryoelektronenmikroskopie, genetischen, biochemischen und biophysikalischen Analysen möchte das Team nachvollziehen, wie diese Prozesse im Inneren der Zellen ablaufen. Neben den wissenschaftlichen Zielen geht es auch darum, Technologien und Methoden zwischen den beteiligten Laboren auszutauschen. „Unsere Doktorand:innen und Postdocs werden zwischen Graz, München, Toulouse und Baltimore reisen – das ist gelebte internationale Zusammenarbeit“, so Pertschy. 

66 Wissenschafts-Teams erhalten Synergy Grant 

Das Projekt snoOPERA zählt zu den 66 Anträgen, die sich heuer beim ERC gegen mehr als 700 Einreichungen durchgesetzt haben. Mit den ERC Synergy Grants werden 239 Forschende mit insgesamt 684 Millionen Euro unterstützt. Sie ermöglichen Wissenschaftler:innen ihre Kräfte zu bündeln und gemeinsam besonders komplexe Fragen zu lösen.

Erstellt von Gerhild Leljak

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