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Universität Graz Neuigkeiten Ein "heißes" Thema

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Donnerstag, 05.03.2015

Ein "heißes" Thema

Permafrost und Naturgefahren in heimischen Hochgebirgen: Die TeilnehmerInnen des Workshops diskutierten mögliche Strategien für ein Langzeitmonitoring in Österreich. Fotos (2): Kellerer-Pirklbauer.

Permafrost und Naturgefahren in heimischen Hochgebirgen: Die TeilnehmerInnen des Workshops diskutierten mögliche Strategien für ein Langzeitmonitoring in Österreich. Fotos (2): Kellerer-Pirklbauer.

Die WissenschafterInnen berücksichtigten dabei Naturgefahrenprävention sowie die Anpassung an den Klimawandel.

Die WissenschafterInnen berücksichtigten dabei Naturgefahrenprävention sowie die Anpassung an den Klimawandel.

Die Permafrostkarte Österreichs zeigt einen Trend in Richtung Erwärmung dieser Gebiete. Quelle: Kellerer-Pirklbauer A. 2014: Permafrost. In Stowasser R. & Köhler M. (eds.), Global Climate Observing System – Bericht Österreich, Wien 2014, 58-59.

Die Permafrostkarte Österreichs zeigt einen Trend in Richtung Erwärmung dieser Gebiete. Quelle: Kellerer-Pirklbauer A. 2014: Permafrost. In Stowasser R. & Köhler M. (eds.), Global Climate Observing System – Bericht Österreich, Wien 2014, 58-59.

Workshop widmete sich Permafrost und Naturgefahren in Österreichs Hochgebirgen

21,7 Grad am 10. Jänner 2015 in Graz-Straßgang und im Kärntner Obervellach: Rekordtemperaturen, die mögliche Konsequenzen des Klimawandels greifbar machen. Wie ganzjährig gefrorene und somit weitgehend stabile Schuttmassen und Felsflanken oberhalb der Baumgrenze von den höheren Lufttemperaturen betroffen sind und wie sich ein Abtauen dieser so genannten Permafrostgebiete auf Umwelt, Infrastruktur und den Menschen auswirken könnten, diskutierten ExpertInnen im Rahmen eines zweitägigen Workshops vergangene Woche an der Uni Graz.



„In Österreich sind gegenwärtig rund 1600 bis 2000 Quadratkilometer von Permafrost beeinflusst“, erklärt der Workshop-Leiter Dr. Andreas Kellerer-Pirklbauer vom Institut für Geographie und Raumforschung der Uni Graz. Die durch diese Gebiete potentiell gefährdete Fläche ist jedoch noch sehr viel größer: „Felsstürze, Steinschläge und Muren aus Permafrosträumen können die Sicherheit von Berghütten, Wanderwegen und Straßen drastisch reduzieren“, schildert der Experte. Problematisch ist das Monitoring dieser Gefahrenquelle, denn ein institutionalisiertes Beobachungsmessnetz gibt es in Österreich derzeit nicht. Die längste geschlossene Messreihe wird von der Uni Graz in den Seckauer Tauern betrieben. Dort zeige sich laut den WissenschafterInnen deutlich ein Trend zur Erwärmung des Permafrostes.



Der komplexen Fragestellung einer Langzeitüberwachung dieser Entwicklungen gingen rund 40 VertreterInnen von nationalen und internationalen Forschungsinstitutionen, von Landes- und Bundesämtern, von Nationalparks sowie weiteren betroffenen Interessensgruppen, wie etwa dem Österreichischen Alpenverein, am 26. und 27. Februar an der Uni Graz nach. Der Workshop fand im Rahmen des Projekts „permAT“ – finanziert vom Klimaforschungsprogramm StartClim und durchgeführt von der Uni Graz (Projektleitung Dr. Andreas Kellerer-Pirklbauer) sowie der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien (Projektcoleitung durch Dr. Annett Bartsch) – statt. Co-Organisator war der Verein Climate Change Centre Austria (CCCA).



Neun verschiedene „Keynotes“ gaben einen Überblick über die Problematik und das Rüstzeug für den zweiten Tag des Workshops, an dem Interessensgruppen und Produkte, Gebiete des Monitorings, Methoden und relevante Parameter, Synergien und Finanzierung behandelt wurden. Internationaler Input wurde u.a. von Schweizer KollegInnen gegeben, die seit Jahren ein solches Monitoringnetzwerk erfolgreich betreiben. Die Ergebnisse des Workshops fließen in ein Dokument mit Strategien zur Einrichtung eines langfristig wirksamen, repräsentativen und finanzierten Monitoringnetzwerks zur Beobachtung von Permafrost und periglazialen Massenbewegungen, also zum Beispiel Steinschlag, ein. „Dabei soll natürlich neben der naturwissenschaftlichen Komponente vor allem der Aspekt der Naturgefahrenprävention und Anpassung an den Klimawandel berücksichtigt werden“, erklärt Andreas Kellerer-Pirklbauer.

Erstellt von Andreas Kellerer-Pirklbauer & Gerhild Kastrun

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