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Universität Graz Neuigkeiten Auf die Plätze, fertig, los: Als vor 100 Jahren an der Uni die Sportwissenschaft startete

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Dienstag, 16.06.2026

Auf die Plätze, fertig, los: Als vor 100 Jahren an der Uni die Sportwissenschaft startete

Viele Menschen laufen über eine Laufbahn

Am Freitag, den 19. Juni, starten 500 Staffeln zum Kleeblattlauf und feiern den Spaß an der Bewegung - und heuer auch 100 Jahre Sportwissenschaften an der Uni Graz. Foto: Uni Graz/Weber

2000 Uni-Angehörige feiern beim Kleeblattlauf am 19. Juni 2026 wieder den Sport. Und sie feiern heuer gleichzeitig 100 Jahre Sportwissenschaft an der Uni Graz. Denn im Studienjahr 1926/27 wurde Turnen als vollwertiges Hochschulfach anerkannt und erstmalig dazu ein Institut an der Universität Graz eingerichtet.

„Begonnen hat die heutige Sportwissenschaft mit der Ausbildung von Turnlehrer:innen“, weiß Sportpädagoge und -historiker Tarik Orliczek. Zuvor hatten die Pädagog:innen einen viersemestrigen Turnlehrerbildungskurs besucht und konnten dann den Gegenstand in der Schule als Nebenfach unterrichten. Mit dem Ministerialerlass vom 27. Juni 1926 wurde schließlich – nach Wien im Studienjahr zuvor – auch an der Universität Graz ein entsprechendes Studium eingerichtet. „Mit dem fortan möglichen Abschluss der sogenannten wissenschaftlichen Lehramtsprüfung nahm die Akademisierung des Faches Turnen – später Leibeserziehung, heute Bewegung und Sport – ihren Anfang“, erläutert Orliczek

Politische Vereinnahmung

„Karl Gaulhofer, selbst Absolvent der Universität Graz, war als Ministerialrat für körperliche Erziehung maßgeblich mit seinen Mitarbeiter:innen für diese Reform verantwortlich“, berichtet Orliczek. Dass es so weit kam, hatte mit dem steigenden Bedarf an Lehrkräften für das mittlerweile obligat gewordene Schulfach und dem gesellschaftspolitischen Stellenwert von Turnen und Leibeserziehung zu tun. Nicht nur wegen aufkommender Sportgroßveranstaltungen oder der Gesundheitsförderung, sondern auch aufgrund einer politischen Vereinnahmung. Der Sportpädagoge erklärt: „In der Zwischenkriegszeit gewannen Wehrhaftigkeit und vermeintlich gutes Erbgut zunehmend an Bedeutung – nationalistisch-völkische Ideologien, an denen sich Gaulhofer als sogenannter Turnerneuerer orientierte.“

Sportlich am Campus

Trotz der Verlagerung an die Universität blieb das Fach weiterhin mit der Stadt eng verknüpft. „Aufgrund fehlender Anlagen erfolgte die Ausbildung anfangs in der Landesturnanstalt am Fuße des Schloßbergs“, schildert Tarik Orliczek. In Folge entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts am Campus entlang des Geidorfgürtels – wo heute das RESOWI-Zentrum steht – ein Institutsgebäude sowie ein Universitätsturn- und -spielplatz. Letzterer wurde ab den 1980er-Jahren zum neu erbauten Universitätsportzentrum am Rosenhain verlegt.

Bewegte Wissenschaft 

Ab den 1970er-Jahren etablierte sich der Begriff der Sportwissenschaft, diese ist heute an der Universität Graz international höchst anerkannt. Dem trägt ebenso die Errichtung moderner Forschungsstätten Rechnung, darunter etwa das 2023 eröffnete Trainings- und Diagnostikzentrum sowie das im Vorjahr wiederhergestellte und völlig sanierte ehemalige Jesuitenrefektorium. Dort forscht Tarik Orliczek. Und er erinnert an die „sportlichen“ Vorgänger, die das Gebäude vor rund 400 Jahren im Sommer bewohnten: „Die Jesuiten übten schon früh Ballsport aus, möglicherweise auch hier am Rosenhain.“ Vielleicht würden sie heute wie die insgesamt 2000 Kleeblattläufer:innen über den Hügel sprinten.

Wer sich für die Entwicklung des Sports, aber auch für Themen rund um Bewegung und Gesundheit interessiert, kann an der Uni Graz Sport- und Bewegungswissenschaften studieren.

Sportplatz und mehrere große Gebäude, darunter ein historisches und ein moderneres. ©Universitätsbibliothek Graz
©Universitätsbibliothek Graz
Wo sich heute das RESOWI-Zentrum steht, lagen
einst die Uni-Sportanlagen. Foto: Uni Graz/Archiv
In einem Turnraum trainieren mehrere Personen an verschiedenen Geräten und machen Gymnastikübungen
Blick in einen Gymnastikraum des Universitätssportinstituts (USI) in den 1980er-Jahren. Foto: Uni Graz/Archiv
ein junger Mann mit Bart steht vor einer Wand ©MICHAELA BEGSTEIGER
©MICHAELA BEGSTEIGER
Tarik Orliczek beschäftigt sich mit der Geschichte der Sportwissenschaft. Foto: Uni Graz/Begsteiger
Erstellt von Andreas Schweiger

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