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Universität Graz Neuigkeiten Coronavirus

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Montag, 27.01.2020

Coronavirus

Mittels bioinformatischer Prozesse sucht das österreichische Start-up Innophore Wege, um das Coronavirus zu bekämpfen. Foto: Andreas Schlesinger.

Mittels bioinformatischer Prozesse sucht das österreichische Start-up Innophore Wege, um das Coronavirus zu bekämpfen. Foto: Andreas Schlesinger.

Universität Graz bewirbt sich mit Konsortium um einen "Emergency request" der Europäischen Kommission

Mit „Drug and Enzyme Discovery“ hat das steirische Start-up Innophore, ein Spin-Off der Universität Graz, in den vergangenen Jahren bereits außerhalb der europäischen Grenzen Aufmerksamkeit erregt. Nun stellte die Innophore ihr Wissen auch dem Chinese Center for Disease Control and Prevention zur Verfügung, die das Jungunternehmen seither als Forschungspartner bei der Bekämpfung des Coronavirus miteinbezieht.

„Die Ereignisse haben sich in den letzten drei Tagen buchstäblich überschlagen“, so Christian Gruber, Geschäftsführer des elfköpfigen Jungunternehmens. „Aus Eigeninitiative heraus haben wir im wenige Stunden zuvor veröffentlichten Genom des Coronavirus 2019-nCoV nach einem der Schlüsselenzyme dieser Virenklasse gesucht und sind fündig geworden. Basierend darauf machten wir mit unserer Technologie bekannte und für andere Viren bewilligte Wirkstoffe ausfindig, die das Coronavirus theoretisch bekämpfen könnten.“ In Forschungskreisen nennt sich das Drug Repurposing oder Drug Repositioning – das Finden von bereits bewilligten Arzneimitteln für neue pharmazeutische Zwecke. „Nachdem wir diese Forschungsergebnisse veröffentlichten, haben sie sich innerhalb kürzester Zeit verselbstständigt und ich wurde von einer Führungsperson eines großen Pharmakonzerns in Peking kontaktiert“, schildert Gruber.

Computerbasierte Algorithmen sparen wertvolle Forschungszeit

Seither arbeitet das Team gemeinsam mit einer Gruppe von ausgewählten BioinformatikerInnen eines führenden pharmazeutischen Unternehmens in Peking und dem Chinese Center for Disease Control and Prevention an Vorschlägen für mögliche Medikamente gegen das Virus. „Im Normalfall geschieht das mit aufwendigen Tests in chemischen Laboren. Diese brauchen Zeit, die wir im Falle des Virus allerdings nicht haben. Genau hier liegt unser großer Vorteil: Wir arbeiten mit der von uns entwickelten Catalophore®-Plattform, die computerbasiert mittels Algorithmen neue Enzyme und Wirkstoffe für Arzneimittel erforscht, und das schneller als in herkömmlichen Laboren,“ erklärt Gruber. Ob der von Innophore ermittelte und empfohlene Wirkstoff tatsächlich die gewünschte Wirkung gegen das Virus erzielt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Universität Graz als Koordinatorin in namhaftem Konsortium

Am 3. Februar 2020 veröffentlichte die Europäische Kommission einen mit 10 Mio. Euro dotierten "Emergency Request" zur Corona-Epidemie. Die Universität Graz bewirbt sich als Koordinatorin, unter anderem mit namhaften Projektpartnern wie den Universitäten aus Oxford, Harvard und Shanghai, für dieses Projekt. Die Begutachten beginnt am 12. Februar, innerhalb eines Monats soll der Zuschlag erteilt werden. Mehr Informationen unter www.fastcure.net.

 

Erstellt von Christopher Trummer/innophore & Gerhild Leljak

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