„Um gemeinsam an Lösungen arbeiten zu können, müssen moralische und ideologische Bewertungen sowie emotionale Befindlichkeiten ad acta gelegt werden“, appelliert Friedensforscher und Mastermodul-Initiator Maximilian Lakitsch den Dialog und diplomatische Kanäle stets offenzuhalten. Auch wenn militärische Stärke zur Wahrung von Sicherheit und Autonomie notwendig sein kann, Waffengewalt alleine könne dies niemals gewährleisten. Das belegen unzählige Beispiele von Kriegen und Konflikten in aller Welt. „Friedenspolitik hat eindeutig die besseren Karten“, unterstreicht Lakitsch.
Welche internationalen Institutionen dabei eine gewichtige Rolle spielen, lernen unter anderem die Studierenden des Mastermoduls kennen. Ebenso welche juristischen Grundlagen relevant sind, was die Menschenrechte sowie das humanitäre Völkerrecht sicherstellen. In einem Praxisteil erarbeiten die Studierenden Lösungsansätze und lernen im Rahmen einer Exkursion den Arbeitsalltag von Organisationen kennen.
Studierende aller Master- oder Diplomstudien können diese einzigartige Zusatzausbildung im Rahmen der Freien Wahlfächer wählen. Bewerbungen sind bis spätestens 30. Juni 2026 möglich. Es muss lediglich ein kurzes Online-Formular ausgefüllt werden.
Mehrwert für Studierende
Luis Kepplinger hat im Rahmen seines Masterstudiums „Global Studies – Law and Politics“ auch das Masterstudium plus „International Peacebuilding and Conflict Transition“ abgeschlossen. Derzeit ist er als zivile Friedensfachkraft für den Zivilen Friedensdienst (ZFD) im Bereich Environmental Peacebuilding in Uganda tätig, wo er direkt in die lokale NGO Facilitation for Peace and Development (FAPAD) eingebettet ist. Die NGO setzt sich unter anderem dafür ein, dass ökologisch wichtige Feuchtgebiete geschützt – und den Gemeinschaften vor Ort gleichzeitig alternative Lebensgrundlagen ermöglicht werden. „Mich hat schon immer die Vision eines friedlichen Zusammenlebens auf Augenhöhe angetrieben. Während diplomatische Bemühungen auf hoher Ebene wichtig sind, liegt mein Fokus auf der Arbeit auf Grassroot-Level. Ich wollte fundierte Methoden erlernen, um Konflikten präventiv zu begegnen, bestehende Spannungen zu entschärfen und nach Konflikten Vertrauen wiederherzustellen. Das Masterstudium Plus war für mich der ideale Weg, um mich auf eine sinnstiftende Tätigkeit im Ausland vorzubereiten und genau dort zu unterstützen, wo Unterstützung am dringendsten benötigt wird“, schildert Luis Kepplinger seine Eindrücke.
Wanja Njiriri hat sich im Rahmen ihres Masterstudiums „Global Studies“ für das Masterstudium plus „International Peacebuilding and Conflict Transition“ entschieden. Ihren Entschluss begründet Wanja Njiriri so: „Bevor ich an die Universität Graz kam, arbeitete ich an der Schnittstelle zwischen Klimawandel sowie der nachhaltigen Nutzung und Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen, was oft von gewaltsamen Konflikten geprägt war. Diese Erfahrung weckte in mir den tiefen Wunsch, friedliche Wege zur Konfliktlösung auf Gemeindeebene zu verstehen. Das Programm bot mir eine akademische Grundlage, um mein Verständnis von Umweltfriedensförderung als wirkungsvolles Instrument zur Bekämpfung der Ursachen ressourcenbedingter Konflikte und zum Aufbau nachhaltiger, gemeindegeleiteter Wege zum Frieden zu erweitern.“