Staub, Vulkan-Asche und sogar Sandspuren aus der Wüste Gobi: All das findet sich in Eis-Bohrkernen von den Polen. Sie geben Aufschluss über die klimatischen Bedingungen und Veränderungen auf der Erde vor zehntausenden Jahren. Die Größe, Form, Anzahl und chemische Zusammensetzung der kleinsten Partikel können erst seit kurzem erforscht werden. Neue Techniken, die das bewerkstelligen, entwickelt David Clases im Rahmen des Projekts NanoArchive, für das er mit einem ERC-Starting-Grant ausgezeichnet wurde. Das Verfahren wird der Forscher nun für größere Teilchen im Mikro-Maßstab anpassen. „Aus solchen können wir noch mehr Informationen über ihre Eigenschaften und Herkunft gewinnen“, erklärt Clases. Dafür erhält er eine weitere Förderung des Europäischen Forschungsrats, den mit 150.000 Euro dotierten Proof-of-Concept-Grant.
Der Wissenschaftler verbindet erstmals verschiedene Analysemethoden, um einzelne Partikel zu erfassen und wesentlich rascher und genauer zu beschreiben als bisher möglich. Das Verfahren kann dann auch für zahlreiche andere Anwendungen genutzt werden. „Damit lassen sich etwa Mikroplastik oder einzelne Zellen effizient und präzise untersuchen“, nennt Clases Beispiele. „In der Analytische Chemie werden wir oft zu einem Brückenkopf, der die verschiedensten Disziplinen miteinander verbindet. Der Proof-of-Concept Grant ist ein tolles Beispiel dafür: Während wir neue Technologien und neues Know-how vorantreiben, sind wir in der privilegierten Situation, mit Experten und Expertinnen anderer Bereiche zusammenzukommen“, beschreibt er seine Rolle.