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Donnerstag, 17.10.2019

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Die Mariahilferkirche in Graz. Teile der Fassadenskulpturen sind werke des Bildhauers Philipp Jakob Straub . Foto: Graz Tourismus/Harry Schiffer

Die Mariahilferkirche in Graz. Teile der Fassadenskulpturen sind Werke des Bildhauers Philipp Jakob Straub . Foto: Graz Tourismus/Harry Schiffer

Künstlernetzwerk im 18. Jahrhundert: Uni Graz zeichnet Wege und Werke der Bildhauerdynastie Straub nach

Fünf Brüder der Familie Straub, die allesamt in der väterlichen Tischlereiwerkstätte im süddeutschen Wiesensteig ihre Grundausbildung bekommen und sich dann im 18. Jahrhundert als barocke Bildhauer in Zentraleuropa einen Namen gemacht haben: Johann Baptist, Philipp Jakob, Joseph, Franz Anton und Johann Georg verließen ihre Heimat und ließen sich an verschiedenen Orten im heutigen Deutschland, Österreich, Slowenien und Kroatien nieder. Bekannt sind sie hauptsächlich für ihre sakralen Werke, darunter Skulpturen und Reliefs. Philipp Jakob Straub schuf etwa die Fassadenfiguren an der Mariahilfer Kirche in Graz, auch der Altar des Heiligen Kreuzes in der Kathedrale von Varaždin in Kroatien ist ein Zeugnis seiner Bildhauer-Kunst.

„Die Straub-Dynastie ist ein Paradebeispiel für ein funktionierendes Künstlernetzwerk im Barock. Die Brüder haben es geschafft, obwohl sie quer durch Europa verstreut waren, einen engen Kontakt zu halten“, erklären die Kunsthistorikerinnen Eva Klein und Christina Pichler. Sichtbar werde dies an ihren Werken. „Natürlich spiegeln sich in den Arbeiten der Bildhauer die regionalen Einflüsse wieder. Interessant zu beobachten ist, dass sie ihr Wissen ausgetauscht haben und somit über die Landesgrenzen hinweg einen für diese Zeit noch nie dagewesenen Kulturtransfer starteten“, betont Pichler. In einem europaweiten und von der EU mitgetragenen Projekt mit einem Gesamtbudget von rund 430.000 Euro wurde dieser Kulturaustausch gemeinsam mit PartnerInnen aus Deutschland, Kroatien und Slowenien erstmalig dokumentiert. So konnten die Schaffensphasen und die Wege der einzelnen Familienmitglieder genauestens nachgezeichnet werden. „Diese Rekonstruktion der Kommunikation erlaubt uns nun, einen Teil der Kunstgeschichte neu zu schreiben“, sagt Projektleiterin Klein.

Die Ergebnisse dieses steirischen Kulturerbes sind – neben allen anderen bislang bekannten Straub-Werken – in einem Bildband festgehalten und stehen in einer Datenbank http://www.trars.eu/ zur Verfügung.

Projektleiterin Eva Klein (links) präsentierte gemeinsam mit Christina Pichler und Margit Stadlober (rechts) den Bildband über die Straub-Familie. Foto: Uni Graz
Projektleiterin Eva Klein (links) präsentierte gemeinsam mit Christina Pichler und Margit Stadlober (rechts) den Bildband über die Straub-Familie. Foto: Uni Graz
Erstellt von Konstantin Tzivanopoulos

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