„Die Redaktion wollte anlässlich des Jubiläums mehr über die Kaufmotive und die Leser:innenschaft erfahren. Sie hat das Center for Social Research an der Universität Graz um seine Expertise gebeten“, begründet Matthias Penker die Umfrage. Der Soziologe, der heuer sein Doktoratsstudium an der Uni Graz abschlossen und mittlerweile am Institut für höhere Studien in Wien arbeitet, unterstützte die Redaktion bei der der Umsetzung und Auswertung der Studie.
Höher gebildet
„Die Solidarität mit den Verkäufer:innen und dem Projekt spielt eine große Rolle“, fasst Penker die Ergebnisse zusammen. Das bestätige auch die vergleichsweise gute Rücklaufquote, die den Wissenschaftler überraschte: „314 Leser:innen nahmen zwischen Oktober und Dezember online sowie mittels eines in der Straßenzeitung abgedruckten Fragebogens teil.“
91 Prozent davon begründeten den Kauf mit der Unterstützung der selbstständigen Verkäufer:innen, die zur Hälfte am Erlös der Zeitung beteiligt sind. Rund zwei Drittel gaben an, sich für die journalistische Aufbereitung zentraler sozialer und gesellschaftspolitischer Inhalte der Zeitung zu interessieren.
35 Prozent erstehen jede Ausgabe, 31,5 Prozent fast jede. Sechs von zehn Leser:innen haben ihre:n Stammverkäufer:in.
„Die befragten Personen sind tendenziell höher gebildet“, berichtet Matthias Penker. So haben 60 Prozent einen Hochschulabschluss. Knapp zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) leben und lesen in Graz. Weitere 10,6 Prozent kommen aus dem Grazer Umland, der restliche Teil aus anderen Regionen der Steiermark. „Das Megaphon ist damit klar in der Stadt verankert, reicht aber über sie hinaus“, betont Penker. Breit gestreut ist das Alter der Leser:innenschaft: 18–29 Jahre (12,7 %), 30–49 Jahre (31,4 %), 50–64 Jahre (32,4 %) und 65+ (23,5 %).
Bestätigung
Für Claudio Niggenkemper, Co-Redaktionsleiter des Megaphon, haben die Ergebnisse gewisse Annahmen bestätigt. „Es ist Balsam für die Seele zu sehen, dass die Anteilnahme und das Interesse an den Verkaufenden und den Inhalten weiterhin bestehen – gerade in herausfordernden gesellschaftlichen Zeiten. Wir sehen darin eine Bestätigung, dass wir den richtigen Weg gehen.“ Und wer diesen Weg mitgehen möchte, so Niggenkemper, kauft das Heft bei Verkäufer:innen oder kann auch spenden.