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Universität Graz Neuigkeiten Sprache als Trumpf

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Dienstag, 27.04.2021

Sprache als Trumpf

Es muss nicht Deutsch sein: Kinder sollten in der Schule ermutigt werden, die Muttersprache oder andere erlernte Sprachen zu verwenden. Das fördert den Erfolg. Foto: Pexels/Max Fischer

Es muss nicht Deutsch sein: Kinder sollten in der Schule ermutigt werden, die Muttersprache oder andere erlernte Sprachen zu verwenden. Das fördert den Erfolg. Foto: Pexels/Max Fischer

Uni-Graz-Studie zeigt, wie Kinder mit Migrationshintergrund in der Schule punkten können

Mehrsprachigkeit gilt generell als karrierefördernd und daher als erstrebenswertes Ziel. Das sehen auch österreichische AHS- und MittelschullehrerInnen so, die für ein Forschungsprojekt der Uni Graz, geleitet von Elizabeth Erling, befragt wurden. „Geht es allerdings um die Förderung von Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache im Unterricht, ändert sich diese Einstellung bei vielen grundlegend“, berichtet Anouschka Foltz, Co-Autorin der Studie am Institut für Anglistik.
Besonders in Mittelschulen wird Mehrsprachigkeit als Hemmschuh für den Lernerfolg gesehen – mit gravierenden Konsequenzen. „Traut man den betroffenen SchülerInnen zu wenig zu, sind sie demotiviert und erreichen tatsächlich nicht so viel wie andere“, kritisiert die Linguistin. Ihre Untersuchungen haben zudem gezeigt, wie wenig Mehrsprachigkeit als Ressource in Schulen genutzt wird. Werden Kinder ermutigt, ihr gesamtes sprachliches Repertoire zu verwenden, stärkt das ihr Wohlbefinden und ihr Selbstvertrauen. Damit gelingt es ihnen auch, den Lernstoff leichter aufzunehmen. „Ohne eine Sprache als Basis scheitern SchülerInnen. Diese Sprache muss aber keineswegs Deutsch sein“, betont Foltz. Gemeinsam mit ihren an den Universitäten Graz und Wien tätigen KollegInnen Elizabeth Erling, Sandra Radinger und Melanie Wiener fordert sie ein rasches Umdenken. In den Lehrplänen sei die Förderung des Sprachbewusstseins längst verankert, in der Praxis werde sie aber kaum berücksichtigt. „Die Kinder – und natürlich auch die PädagogInnen – sollen erkennen, dass Mehrsprachigkeit etwas Positives ist, das ihnen in der Schule und darüber hinaus nützt“, plädiert die Wissenschafterin.

Die Ergebnisse der Studie samt Empfehlungen für LehrerInnen wurden in zwei Fachjournalen veröffentlicht:

Elizabeth J. Erling, Sandra Radinger, Anouschka Foltz: Understanding low outcomes in English language education in Austrian middle schools: the role of teachers’ beliefs and practices, Journal of Multilingual and Multicultural Development

Elizabeth J. Erling, Anouschka Foltz, Melanie Wiener: Differences in English teachers’ beliefs and practices and inequity in Austrian English language education: could plurilingual pedagogies help close the gap?, International Journal of Multilingualism

Blog-Beitrag von Elizabeth Erling zum Thema:
Mehrsprachigkeit – Das Stiefkind an Österreichs Schulen

Erstellt von Dagmar Eklaude

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