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Universität Graz Neuigkeiten Sicher im Schnee

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Mittwoch, 08.03.2023

Sicher im Schnee

 ©Uni Graz/Schweiger
©Uni Graz/Schweiger

Kathrin Lisa Kapper forscht zur automatisierten Erkennung von Lawinen

Auch im heurigen Winter forderten Lawinenabgänge in den heimischen Bergen zahlreiche Opfer. Wie man den gefährlichen Schnee-Tsunami besser und automatisiert erkennen kann, daran forscht Kathrin Lisa Kapper im Rahmen eines FFG-Projektes am Institut für Geographie und Raumforschung.

Worum geht es bei Ihrer Forschungsarbeit?
Kathrin Lisa Kapper: Wir wollen mit künstlicher Intelligenz aus Satellitenbildern Schneelawinen erkennen. Das soll in Zukunft helfen, schnellere, genauere und vor allem für Menschen sichere Vorhersagen zu treffen.
 
Wie kann man sich das vorstellen?
Kapper: Die Einstufung der Lawinengefahr machen derzeit Mitarbeiter:innen von den Warndiensten. Hohes Risiko, Schlechtwetter und schwer zugängliche Regionen verhindern ein Gesamtbild. Auf Satellitenaufnahmen lassen sich im Gegensatz dazu die Lawinenabgänge umfassender und schneller analysieren. Daten zu Gelände, Wetter sowie Trainingsdaten werden mit einem Algorithmus verarbeitet. Dieser lernt dazu und kann dann selbstständig Lawinen in den Satellitenbildern erkennen.
 
Wäre das dann in den heimischen Alpen einsetzbar?
Kapper: Partner:innen in Norwegen haben diese automatisierte Erkennung im Testbetrieb. Dieses Know-how machen wir uns zunutze und erweitern es für einen Einsatz in Österreich, denn es gibt klimatische und topographische Unterschiede. Wir stehen gerade am Anfang und bauen das maschinelle Lernen auf. Die Ergebnisse wollen wir mit Messungen der Lawinen vor Ort ergänzen. Ziel ist es, den Algorithmus im Betrieb der Warndienste einzusetzen.
 
Wie sind Sie zu diesem Thema gekommen?
Kapper: Von meiner wissenschaftlichen Ausbildung her bin ich Technische Physikerin. Meine Masterarbeit habe ich dann am Wegener Center verfasst. Danach war ich für mein Doktorat an der ETH Zürich tätig, wo ich mich mit dem Erdmagnetfeld beschäftigte. Schließlich verbrachte ich vier Jahre in Morelia an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko. Dort waren die Rekonstruktion des Erdmagnetfeldes sowie Umweltmagnetismus meine Forschungsthemen. Seit 2021 untersuche ich im Rahmen eines FFG-Projektes am Institut für Geographie und Raumforschung der Uni Graz die Erkennung von Lawinen. Die Tätigkeit ist eine Mischung aus Computer- und Feldarbeit, und vor allem sehr nah am Menschen. Das hat mich fasziniert. Natürlich bin ich selbst gern in den Bergen unterwegs.

Erstellt von Interview: Andreas Schweiger

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