„Es geht uns nicht um die Infrastruktur von Open Science“, erklärt Živa Korda. Im Mittelpunkt steht vielmehr der soziale Aspekt: „Wir wollen die positiven, aber auch problematischen Seiten der Anwendung thematisieren. Wie überall in der Wissenschaft, ist der kritische Blick wichtig.“ Obwohl die Methode zur Veröffentlichung von Ergebnissen generell weit verbreitet und anerkannt ist, stößt das Teilen von Daten und Forschungsmaterialien nach wie vor auf Bedenken und Barrieren. „Vor allem gibt es bei den Disziplinen unterschiedliche Umsetzung und Sichtweisen“, weiß Gabriela Hofer.
Sie arbeitet gemeinsam mit Hilmar Brohmer in GOSI seit der Gründung 2018 zusammen, um den Austausch über „offene Wissenschaft“ zu fördern.
Transparenz
Vor einem halben Jahr hat sich Carmen Pizka der Gruppe angeschlossen. „Gerade für junge Forscher:innen tun sich mit Open Science viele Chancen auf. Begrenzte Ressourcen oder unklare Prozesse bilden oft Hürden zu Beginn der Forschungskarriere“, weiß die Psychologie-Doktorandin. „Bei unseren Events darüber offen zu sprechen und Problemlösungen zu diskutieren, schafft eine bessere Fehlerkultur.“
Dass zudem schlechte Wissenschaft öffentlich werden kann, räumt Hilmar Brohmer ein: „Open Science kann nicht alles.“ Unumstritten ist aber: „Es schafft Transparenz. Man kann besser nachvollziehen, wie Ergebnisse und Studien zustande gekommen sind.“
Award für Projekt
Was als Initiative von Psycholog:innen der Uni Graz begonnen hat, will das Projekt „From Principles to Practice: Fostering Open Science at Graz“ nun weiter fassen und in Folge die Forschungskultur und -praxis mitgestalten. Dafür stellt der Research Careers Campus im Rahmen der Research Culture and Integrity Ambassador Grants eine finanzielle Förderung zur Verfügung.
In den kommenden eineinhalb Jahren sind Veranstaltungen wie ReproducibiliTea-Journal-Clubs, Open Science Days, Hackathons und Workshops geplant. GOSI will den Dialog zwischen Wissenschaftler:innen aller Fächer an allen Grazer Universitäten anstoßen und eine breite Community schaffen, um auch voneinander zu lernen. Forschungsmanager:innen sind ebenfalls willkommen.
Ein speziell geschaffener Award für Doktorand:innen an der Doktoratsschule für Psychologie, den das Projekt ebenfalls unterstützt, soll das Bewusstsein bereits zu Beginn der Karriere schärfen und würdigen. „Open Doors for Open Science“, bringt Gabriela Hofer die Aktivitäten auf den Punkt.
Open Science Day
Am 12. Juni 2026 gibt es dazu an der Uni Graz den „Open Science Day“. Dieser Tag bietet Forschenden und Studierenden die Möglichkeit, sich über Open-Science-Praktiken zu informieren und sich mit Expert:innen in diesem Bereich sowie anderen Interessierten über Disziplinen, Karrierestufen und institutionelle Rollen hinweg auszutauschen. Anmeldungen sind bis 5. Juni 2026 möglich. Link: survey.uni-graz.at/index.php/369758
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