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Universität Graz Neuigkeiten Arznei für Ameisen: Koffein verlängert das Leben erkrankter Insekten

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Montag, 20.07.2026

Arznei für Ameisen: Koffein verlängert das Leben erkrankter Insekten

Zwei Frauen stehen an einem Labortisch ©Uni Graz/Tzivanopoulos
©Uni Graz/Tzivanopoulos

Dalial Freitak (links) und Danae Nyckees haben herausgefunden, wie sich kranke Ameisen selbst behandeln. Foto: Uni Graz/Tzivanopoulos

Schwarzer Kaffee belebt uns und wirkt gegen Bakterien. Kann Koffein also auch Insekten guttun? Ja, bestätigen Biolog:innen der Universität Graz. Leiden Ameisen an einer Pilzerkrankung, nehmen sie mehr Koffein zu sich und bleiben länger aktiv.

„Die Natur ist die Apotheke der Ameisen. Sie nehmen zur Bekämpfung von Krankheiten bestimmte Substanzen zu sich“, vergleicht Danae Nyckees, Doktorandin am Institut für Biologie. Ob darunter auch Koffein ist und welche Effekte es hat, untersuchte sie gemeinsam mit Dalial Freitak, Leiterin der Arbeitsgruppe Insektengesundheit und -biologie, den Kollegen Christoph Hahn (Uni Graz) and Heikki Helanterä (Universität Oulu, Finnland). 
Das Team beobachtete das Verhalten der Tiere am Beispiel einer auch in Österreich weit verbreiteten Waldameisenart (Formica fusca), die in ihrer natürlichen Umgebung an einem häufig auftretenden Pilzerreger (Beauveria bassiana) leiden. 
Während wir das Koffein am Frühstückstisch, im Kaffeehaus oder bei Büropausen am Automaten zu uns nehmen, finden es Ameisen in bestimmten Pflanzen. „Im Mittelmeerraum zum Beispiel in Zitrusgewächsen“, erklärt Dalial Freitak. Für die Studie wurde es den Insekten im Labor „serviert“.

Positiver Gesundheitseffekt

In der ersten Versuchsreihe haben die Wissenschaftler:innen den Ameisen Futter mit und ohne Koffein angeboten. Es zeigte sich, dass die erkrankten Tiere mehr von jener Nahrung fraßen, die eine für die Natur typische Konzentration von 100 Milligramm pro Kilogramm enthielt. Das entspricht ungefähr einem Zehntel des Koffeins in einer Tasse Kaffee. „Die Ameisen blieben länger aktiv und die Sterblichkeit verzögerte sich“, berichtet Danae Nyckees. 
In der zweiten Testserie untersuchten die Forscher:innen die direkte Wirkung auf den Krankheitserreger. „Wir stellten fest, dass Koffein das Wachstum des Pilzes verlangsamte. Das könnte einen positiven Effekt auf die Gesundheit der Tiere haben“, erläutert Nyckees eines der Ergebnisse, die kürzlich im Fachjournal Animal Behaviour veröffentlicht wurden.

Fazit: Koffein kann die Ameisen bei der Abwehr gegen Krankheiten unterstützen. Dalial Freitak veranschaulicht: „Wenn wir erkältet sind, essen wir zum Beispiel mehr Honig und Vitamin C, um den Infekt zu bekämpfen.“
Die beiden Biologinnen unterstreichen zudem die große Bedeutung für das Ökosystem: „Auch für Ameisen spielt ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung eine große Rolle. Diese holen sich in einem gesunden und vielfältigen Wald, im Supermarkt der Insekten.“

Ameise und Kaffeebohne
Erkrankte Ameisen fraßen mehr von jener Nahrung, die eine für die Natur typische Koffein-Konzentration von 100 Milligramm pro Kilogramm enthielt. Das entspricht ungefähr einem Zehntel des Koffeins in einer Tasse Kaffee. Foto: Uni Graz/Freitak
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Erstellt von Andreas Schweiger

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