Forschung zwischen Fjord, Gletschern und arktischer Landschaft: Die Universität Graz betreibt seit drei Jahren im Sermilik-Fjord eine Forschungsstation, gleich angrenzend an eine bestehende Einrichtung der Universität Kopenhagen Einen Tagesmarsch von der nächsten Ortschaft entfernt, können hier im Sommer bis zu 30 Wissenschaftler:innen forschen. Gemessen an ihren Forschungsplätzen gehört die Station damit zu den fünf größten EU-Einrichtungen dieser Art in der Arktis. Aktuell ist eine Forschungsgruppe der Universität Graz zusammen mit Studierenden vor Ort am Sermilik-Fjord.
ORF-Journalist Paul Sihorsch begleitet die aktuelle Expedition an die Forschungsstation und berichtet ab 20. Juli im Rahmen eines multimedialen Schwerpunkts unter dem Titel "Abenteuer Arktis" eine Woche lang von der Sermilik-Station. In Radio, TV und online bringt die Wissenschaftsredaktion Eindrücke von der Forschung und dem Leben in der Arktis. Am 23. Juli widmet Ö1 der Arktis einen ganzen Thementag – mit Musik aus der Polarregion, spannenden Einblicken in die Forschung und Diskussionen zu geopolitischen Fragen.
Mehr Details: https://oe1.orf.at/arktis
Wasserströme und Zeitraffer
Die Studierenden und Forscher:innen messen während ihres Aufenthaltes unter anderem Wasserströme am Abfluss des Mittivakkat-Gletschers, bauen Sensoren auf, die das Abschmelzen des Eises in Echtzeit aufzeichnet, und installieren automatisierte Wetterstationen und Zeitraffer-Kameras, um die Veränderung des Eis zu dokumentieren. Bereits heuer werden Vorbereitungen für Forschungsprojekte im kommenden Jahr getroffen.
Für Forscher:innen aus Österreich ist der Standort der Station gleich aus mehreren Gründen interessant: Die Gletscher Ostgrönlands ähneln jenen in den Alpen Österreichs, sind aber weitgehend frei von menschlichen Einflüssen. Hier kann die Wechselwirkung zwischen Atmosphäre und Gletscher unbeeinflusst untersucht werden. Jede Veränderung des Eisschilds in Grönland hat konkrete Auswirkungen auf das Klima in Europa. Im Mittelpunkt der Forschung der Universität Graz stehen neben der Glaziologie auch Meteorologie, den Klimawandel, die Wechselwirkung der Arktis und der Atmosphäre und vieles mehr.