Uniformen für Einsatzkräfte, Bezüge für Feldbetten, Zeltplanen für Not-Unterkünfte. Das sind Nutzungsmöglichkeiten für die Hightech-Textilien, die im Rahmen des Projekts „Secure, Antibacterial, Flame-retardant, Enhanced Guard Apparel für Resilient Defense (SAFEGUARD) am Ruder Boskovic Institut in Zagreb entwickelt werden. Empa, das Schweizer Forschungsinstitut für Materialwissenschaft und Technologie in St. Gallen, überprüft deren antimikrobielle Wirksamkeit. Das Team um Eva Roblegg am Institut für Pharmazeutische Wissenschaften der Universität Graz untersucht die Hautverträglichkeit der Stoffe.
„Unsere Partner in Kroatien arbeiten mit unterschiedlichen Imprägnierungen. Durch den Kontakt mit Schweiß können sich Zink-, Kupfer- oder Eisenionen sowie Gerb- und Phytinsäure aus den Beschichtungen lösen und die Haut irritieren“, erklärt Projektmitarbeiter James McFarlane Hoad. Gemeinsam mit Atida Selmani ist er für die Kultivierung von Hautzellen verantwortlich, an denen mögliche Nebenwirkungen der Textilien im Labor untersucht werden. „Die Herausforderung besteht darin, dass das Material hitzeresistent, waschbar und schweißbeständig sein muss und auch über einen Zeitraum von mehreren Wochen hinweg keine schädlichen Substanzen abgeben darf“, berichtet Hoad. Der aktuelle Stand sei bereits vielversprechend.
Die Arbeitsgruppe von Eva Roblegg beschäftigt sich neben dem Design von Drug Delivery Systemen mit der Entwicklung und Implementierung verschiedener Zellkulturmodelle, die als Plattform für die Untersuchung neuartiger therapeutischer Ansätze und biomedizinischer Materialien dienen. Dieses Know-how im Bereich zellbasierter Testsysteme ist auch für das Projekt SAFEGUARD entscheidend, das durch das NATO Science for Peace and Security Programme finanziert wird.