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Universität Graz Neuigkeiten Kopieren in 3D

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Montag, 04.04.2016

Kopieren in 3D

Althistoriker Peter Mauritsch mit einem Abklatsch aus der Sammlung der Universität Graz. Rund 1.200 solcher 3D-Kopien von Inschriften ruhen an der Uni Graz. Foto: Uni Graz/Tzivanopoulos

Althistoriker Peter Mauritsch mit einem Abklatsch aus der Sammlung der Universität Graz. Rund 1.200 solcher 3D-Kopien von Inschriften ruhen an der Uni Graz. Foto: Uni Graz/Tzivanopoulos

Nicht einmal was in Stein gemeißelt wird, ist für die Ewigkeit. Mit „Abklatschen“ versuchen ForscherInnen antikes Wissen zu sichern.

Die Abklatsch-Technologie ist einfach: Mit einem bartwischähnlichen Besen, einem Eimer Wasser und einem stark saugenden Papier konservieren ArchäologInnen und AlthistorikerInnnen griechische und römische Inschriften, die vor mehr als tausend Jahren in große Marmorblöcke gehauen wurden. „Besser gesagt: Wir legen das Papier an den Stein und klopfen mit dem nassen Besen darauf. Was wir bekommen, ist ein 3D-Abdruck der Schrift, im Fachjargon Abklatsch genannt“, erzählt Ass.-Prof. Dr. Peter Mauritsch. Die Technik ist alt: Bereits Ende des 19. Jahrhunderts arbeiteten ArchäologInnen und AlthistorikerInnen damit; sie konnte von modernen Technologien noch nicht abgelöst werden. Das Praktische daran ist, dass man auch im freien Feld, wo es kilometerweit keine Infrastruktur oder gar Strom gibt, Wissen sichern kann. Immer wieder bringen ForscherInnen diese händisch kopierten Inschriften von ihren Reisen mit an die Universität Graz.


Es ruhen rund 1.200 Abklatsche, größtenteils lateinische, aber auch griechische, in den Schränken des Instituts für Alte Geschichte und Altertumskunde. Inhaltlich variieren die in Graz aufbewahrten Kopien: Grabinschriften Angaben zu Familienverhältnissen und Herkunft, militärische Laufbahnen, Meilensteine mit Entfernungsangaben, Ehreninschriften für Beamte oder auch den Kaiser. In einem Projekt wurden nun die Abklatsche digitalisiert und stehen als Bild, in Umschrift und Übersetzung sowie mit Kommentar online der Wissenschaft und der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung. „Die Digitalisierung ermöglicht es, dass die Sammlung nun mit anderen Inschriftendatenbanken vernetzt werden kann“, führt Mauritsch aus. Fotografiert wurden sie mittels des Grazer Büchertisches von der Universitätsbibliothek Graz, gespeichert wurden sie im Geisteswissenschaftlichen Asset Management System GAMS, das vom Zentrum für Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities betreut und entwickelt wird.


Übrigens: Bis heute ist es nicht belegt, wer oder wann genau diese Sammlung an der Uni Graz angelegt hat bzw. angelegt wurde. Bekannt ist, dass es Anfang des 20. Jahrhunderts einen eigens dafür gezimmerten Schrank am Institut gab, der aber seinen Standort wechseln musste. Mauritsch sieht aber darin ein forschungsgeschichtlich interessantes Thema, das durchaus im Rahmen einer Masterarbeit in Angriff genommen werden könnte.


Online Plattform: http://gams.uni-graz.at/epsg

UNIZEIT Geschichte http://unipub.uni-graz.at/oazuzt/periodical/pageview/116801?query=abklatsch

 

Erstellt von Konstantinos Tzivanopoulos

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