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Universität Graz Neuigkeiten Ins Mittelalter hineinhören: Ausstellung macht Armut damals und heute erlebbar

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Dienstag, 10.03.2026

Ins Mittelalter hineinhören: Ausstellung macht Armut damals und heute erlebbar

Ein Mann betrachtet rote Aussetellungsflächen

Armut im heute wie damals: Bereits im Mittelalter spielte sie eine große Rolle. Eine Austellung im UB-Foyer setzt sich mit diesem Thema auseinander – zu sehen bis 31. März 2026. Foto: Uni Graz/Ipek Yüksek

Was verbindet den Schmied Giulio, der vor fast 500 Jahren in Bologna arbeitete, mit einer alleinerziehenden Mutter aus der Steiermark, die kürzlich ihren Job verloren hat? Beide haben Angst, bald ihre Miete nicht mehr bezahlen zu können. Wie fühlt es sich an, existenzielle Sorgen zu haben? Eine Ausstellung an der Uni Graz vermittelt persönliche Einblicke in Armutserfahrungen damals und heute. An Hörstationen bekommen Menschen aus dem Mittelalter eine Stimme. Eröffnet wurde die Schau am 5. März 2026 im Foyer der Universitätsbibliothek.


Seit über einem Jahrzehnt befasst sich die Historikerin Tanja Skambraks mit dem Thema Armut und Armutsbekämpfung im Mittelalter. „Die Forschung geht davon aus, dass damals 50 bis 70 Prozent aller Menschen von konjunktureller Armut betroffen waren. Kriege, Epidemien oder Hungersnöte nach Missernten führten immer wieder zu Versorgungsengpässen“, weiß die Professorin der Uni Graz. Was die Wissenschaftlerin besonders interessiert, ist die persönliche Sicht der Menschen. In mittelalterlichen Quellen findet sich so einiges, was diesen Blickwinkel eröffnet. 

Im Rahmen eines von Skambraks geleiteten Seminars haben nun Geschichte-Studierende ausgehend von verschiedenen historischen Texten Hörstationen gestaltet, mit denen sie Betroffenen von damals eine Stimme verschaffen. Gleichzeitig vermitteln sie Wissenswertes über den Lebensalltag der Armen, den Umgang mit Bettler:innen, Erfahrungen von Sexarbeiterinnen, sozialen Auf- und Abstieg sowie über Armutsbekämpfung und freiwillige Armut als christliches Ideal.

Diese Hörstationen sind Teil der Ausstellung „(Leben und) Überleben in Armut in Mittelalter und Gegenwart“, einem Kooperationsprojekt von Uni Graz, Caritas Steiermark, Akademie Graz und La Strada. 
Zu sehen ist die Schau bis Ende März im Foyer der Universitätsbibliothek. Zusätzlich werden Führungen für Schulklassen angeboten, und am 24. März laden die Veranstalter:innen zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Armutserfahrung und Armutswissen. Perspektiven aus Vergangenheit und Gegenwart“.

Ein gutes Leben für alle: (Leben und) Überleben in Armut in Mittelalter und Gegenwart

Ausstellungsdauer: bis 31. März 2026
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8 bis 22 Uhr, Samstag 9 bis 22 Uhr
Führungen für Schulklassen: 12. und 17. März 2026; nähere Informationen und Anmeldung unter tanja.skambraks(at)uni-graz.at

Podiumsdiskussion „Armutserfahrung und Armutswissen. Perspektiven aus Vergangenheit und Gegenwart“: 24. März 2026, 18.30 Uhr, Lesesaal der Universitätsbibliothek Graz

 

Das Masterstudium Geschichtswissenschaften öffnet Türen zu interessanten Tätigkeitsfeldern in der Vermittlung von historischem Wissen.

Drei Frauen
Alle Fotos: Uni Graz/Ipek Yüksek
eine frau dreht dre kamera den rücken zu uns spricht zum Publikum
Ein mann von hinten fotografiert schaut sich eine austellung an
Eine Gruppe von Menschen in einer großen Halle
Erstellt von Gudrun Pichler

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