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Universität Graz Neuigkeiten In der Frage liegt die Antwort

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Dienstag, 24.04.2018

In der Frage liegt die Antwort

Edgar Onea untersucht mit logisch-mathematischen und computergestützten Methoden die Bedeutung und den Gebrauch von Sprache. Foto: privat

Edgar Onea untersucht mit logisch-mathematischen und computergestützten Methoden die Bedeutung und den Gebrauch von Sprache. Foto: privat

Edgar Onea erforscht, wie Texte Informationen transportieren

Wie schaffen es PolitikerInnen, in Interviews gestellte Fragen nicht zu beantworten, ihren ZuhörerInnen aber dennoch das Gefühl zu vermitteln, alle wesentlichen Informationen bekommen zu haben? Verantwortlich dafür ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die Edgar Onea, seit 1. September 2017 Professor für Deutsche Sprache/Linguistik am Institut für Germanistik der Karl-Franzens-Universität Graz, erforscht. Mit logisch-mathematischen und computergestützten Methoden untersucht er die Bedeutung und den Gebrauch von Sprache. Dabei konzentriert er sich auf die Funktion von grammatikalischen Merkmalen in Hinblick auf die Informationsstruktur von Texten.

Fragen haben es dem Sprachwissenschafter besonders angetan. „Sie spielen eine wichtige Rolle für den logischen Zusammenhang von Texten. Jeder einzelne Satz im Text soll eine Frage im Kopf des Lesers/der Leserin beantworten“, erklärt Onea. Die Bedeutung von Fragen zu ergründen, ist also auch wesentlich, um zu verstehen, wie Kommunikation funktioniert.
In einem aktuellen Forschungsprojekt befasst sich Onea mit eingebetteten Fragen. Ein Beispiel: „Peter weiß, wer angerufen hat.“ In diese Aussage ist die Frage „Wer hat angerufen?“ eingebettet. Den Sprachwissenschafter interessiert, was die Aussage alles verrät. Folgt daraus, beispielsweise, dass Peter auch weiß, wer nicht angerufen hat? „Wir untersuchen, von welchen Faktoren es abhängt, wie eingebettete Fragen verstanden werden, um damit verschiedene Theorien zur Bedeutung von Fragen zu überprüfen und zu erweitern“, erklärt Onea.

Die Studien schließen Experimente mit ein. So hat der Forscher an der Uni Graz ein Labor aufgebaut, in dem unter anderem die Blickbewegungen von Testpersonen bei der Interpretation von Aussagen mittels Eye Tracking aufgezeichnet und anschließend ausgewertet werden. „Denn auch sie helfen, ebenso wie die Beobachtung neuronaler Vorgänge, Sprache besser verstehen zu lernen“, weiß Onea.

Dass sprachwissenschaftliche Theorien durchaus auch für praktische Anwendungen nützlich sind, zeigt ein weiteres geplantes Arbeitsfeld des Sprachwissenschafters: die Optimierung von Texten für Menschen mit Hörbeeinträchtigung. „Wir wollen Texte auf struktureller Ebene vereinfachen, um sie akustisch leichter verständlich zu machen.“

Aufgewachsen in Siebenbürgen/Rumänien, wurde Edgar Onea an der Universität Heidelberg in germanistischer Sprachwissenschaft promoviert. Nach seiner Habilitation an der Uni Göttingen forschte und lehrte er dort als Professor für Theoretische Sprachwissenschaft, bevor er seine aktuelle Professur an der Karl-Franzens-Universität Graz antrat.

Erstellt von Gudrun Pichler

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