Zur Stressbewältigung in der heißen Prüfungszeit, zur Leistungssteigerung bei Tests oder zum Entspannen in der Freizeit: Das sind Gründe, warum steirische Studierende regelmäßig zu Nikotinbeutel greifen. 17,7 Prozent der Befragten gaben an, sie täglich zu konsumieren, weitere 6,3 Prozent nutzen sie gelegentlich. „Nur“ 7,7 Prozent hingegen rauchen Tag für Tag konventionelle Zigaretten, weitere vier Prozent E-Zigaretten.
Ein wesentlicher Grund, warum Nikotin-Pouches Tabakwaren klar abgehängt haben: Man kann die kleinen Päckchen vor Familienmitgliedern oder Lehrpersonen verbergen. „Der Konsum wird in gewissen sozialen Kontexten als unerwünscht wahrgenommen. Nur ein Drittel der befragten Konsument:innen gab an, ihn vor niemandem zu verbergen“, fasst Studienkoordinatorin Beate Klösch zusammen. Im Freundeskreis hingegen seien die Produkte akzeptiert – 82,1 Prozent sind über diesen Weg mit ihnen in Kontakt gekommen.
Sucht-Potenzial
Die Umfrage zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen Nikotin- und Alkoholkonsum. Dass erstere Substanz abhängig macht, ist nahezu allen Befragten bewusst. Die gesundheitlichen Risiken von Pouches werden allerdings geringer eingeschätzt als die von herkömmlichen und E-Zigaretten. „Hier könnte das Marketing einen starken Einfluss haben, das auf die Argumente Diskretion und Gesundheit abzielt“, vermutet Waltraud Posch von VIVID. „Anders als für Tabak-Produkte gibt es für Nikotinbeutel aktuell noch keine gesetzliche Einschränkung von Werbung und Sponsoring.“