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Universität Graz Neuigkeiten Ihnen geht ein Licht auf: Wie zwei Physiker:innen für morgen arbeiten

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Mittwoch, 07.01.2026

Ihnen geht ein Licht auf: Wie zwei Physiker:innen für morgen arbeiten

Diana Shakirova und Christoph Stockinger

Diana Shakirova und Christoph Stockinger arbeiten an ihrer Karriere und an Innovationen für morgen. Foto: Uni Graz/Schweiger

Sie bringen Licht in ungelöste Fragen – und arbeiten in der Physik damit. Diana Shakirova nutzt Licht, um verschiedene, sogenannte chirale Moleküle zu unterscheiden, die sowohl heilende als auch toxische Wirkungen haben können. Christoph Stockinger wiederum setzt Licht für die Entwicklung hochpräziser Sensoren ein. Doch nicht nur Licht verbindet die beiden Physiker:innen. Die Doktorand:innen nahmen an den NanoGraz Careers & Ideas Days teil, um sich rechtzeitig auf die nächsten Karriereschritte als Nachwuchswissenschaftler:in vorzubereiten.

Als Contergan-Skandal sorgte eine chirale Molekülstruktur in den 1960er-Jahren für Schlagzeilen. Thalidomid wurde schwangeren Frauen als Medikament verabreicht und verursachte bei Neugeborenen schwere Fehlbildungen. „Chirale Moleküle existieren in zwei Formen, die sich durch ihre räumliche Ausrichtung unterscheiden. Es ist vergleichbar mit der rechten und der linken Hand“, erklärt Diana Shakirova. Eine Art könne heilend wirken, die andere toxisch. Ein wesentlicher Unterschied, da die Verbindungen sowohl in der Lebensmittelindustrie als auch in der Medizin eine wichtige Rolle spielen, wie die Doktorandin im Bereich der Festkörperphysik betont: „Mein Ziel ist es, eine Nanostruktur zu entwerfen, in die wir chirale Moleküle einfügen, sie mit Licht bestrahlen und anhand des Signals ihre Wirkung bestimmen können.“

Photonische Schaltkreise

„Erhellendes“ birgt ebenso das Gebiet von Christoph Stockinger in sich. Der Physik-Doktorand arbeitet an sogenannten photonischen integrierten Schaltkreisen, die Licht zur Übertragung von Daten verwenden. „Die Technologie findet unter anderem Anwendung im Bereich von Kamerasensoren.“, nennt Stockinger ein Beispiel. Im Zuge seiner Dissertation arbeitet er an einem Sensor, mit dem sich unterschiedliche Eigenschaften des Lichts messen lassen. „Herkömmliche Kamerasensoren erfassen Helligkeit und Farbe des Lichts. Doch Licht besitzt weitere Eigenschaften, etwa seine Polarisation, die viele von polarisierenden Sonnenbrillen kennen.“ Ob der Sensor Informationen liefern kann, zum Beispiel wenn Licht auf biologisches Gewebe trifft, ist Teil von Stockingers Forschung.

NanoGraz Careers & Ideas Days

Während der Physiker sich im zweiten Jahr seines Doktoratsstudiums befindet, plant Diana Shakirova ihren Abschluss im Jahr 2026. Trotz der unterschiedlichen Karrierestufen denken beide über ihre berufliche Zukunft nach und haben dazu an der NanoGraz Careers & Ideas Days 2025 teilgenommen. 
„Viele unserer Doktorand:innen werden in nächster Zeit ihre Ausbildung abschließen. Daher lag es nahe, eine Veranstaltung zu organisieren, um ihnen Optionen nach der Promotion aufzuzeigen“, begründen Thomas Weiss und Peter Banzer, die beiden Sprecher von NanoGraz, die Initiative im Rahmen des Research Career Campus der Uni Graz. „Wir wollten einen echten Mehrwert für den Nachwuchs schaffen.“ Eine Idee, die aufging, wie Shakirova und Stockinger bestätigen. 

Raum für Kreativität

„Zum einen vermittelten Vertreter:innen von Firmen interessante Einblicke. Zum anderen war es hilfreich, sich mit Kolleg:innen aus der Pharmazie, der Biologie oder der Chemie auszutauschen“, fasst die Physikerin ihre Eindrücke zusammen. Nach ihrer Promotion würde sie gerne weiter in der Forschung bleiben: „Wissenschaft gibt einem Raum für Kreativität. Außerdem gefällt es mir, mein Wissen an Studierende weiterzugeben.“ 
Dass seine Expertise in der Industrie stark nachgefragt ist, freute Christoph Stockinger im Zuge der zweitätigen Veranstaltung zu hören. „Die Referenten haben bekräftigt, dass es Fachleute aus der Grundlagenforschung braucht.“

Genauso optimistisch blicken die zwei Nachwuchswissenschaftler:innen aus ihrem Büro hinüber zum Bau des Graz Center of Physics: „Damit wird die Infrastruktur verbessert und die gemeinsame Nutzung von Geräten erleichtert. Das stärkt auch die Zusammenarbeit, denn viele wichtige Gespräche entstehen spontan am Gang.“ Und möglicherweise wird das Graz Center of Physics sogar einmal ihr künftiger Arbeitsplatz. 

Erstellt von Andreas Schweiger

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