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Universität Graz Neuigkeiten Hochdotierte EU-Förderung

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Donnerstag, 29.08.2013

Hochdotierte EU-Förderung

Rudolf Zechner (l.) wird im Rahmen des ERC Advanced Grant eng mit Gerald Höfler zusammenarbeiten.

Rudolf Zechner (l.) wird im Rahmen des ERC Advanced Grant eng mit Gerald Höfler zusammenarbeiten.

Rudolf Zechner, Biochemiker der Uni Graz, erhält 2,5 Millionen Euro ERC Advanced Grant für Stoffwechselforschung

Die komplexen Zusammenhänge zwischen Störungen des Fettstoffwechsels und damit verbundenen Erkrankungen stehen im Fokus der Forschungen von Univ.-Prof. Dr. Rudolf Zechner, Biochemiker am Institut für Molekulare Biowissenschaften der Karl-Franzens-Universität Graz. Als einer der führenden Forscher auf diesem Gebiet erhält Rudolf Zechner nun einen mit 2,5 Millionen Euro dotierten ERC Advanced Grant des Europäischen Forschungsrates (European Research Council, ERC). Die Förderschiene ist für herausragende Forschungspersönlichkeiten in der Europäischen Union reserviert, die besonders innovative und zukunftsweisende Forschungsansätze einbringen. „Die Zuerkennung des ERC Advanced Grant ist ein klares Signal dafür, dass an der Uni Graz exzellente, international sichtbare Forschung betrieben wird“, freut sich Christa Neuper, Rektorin der Karl-Franzens-Universität Graz, über die hoch dotierte Drittmittel-Einwerbung.

 

Rudolf Zechner ist erfolgreicher Projektleiter sowie Koordinator mehrerer Forschungskonsortien, unter anderem des vom Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF geförderten Spezialforschungsbereichs (SFB) LIPOTOX. Der Grazer Wissenschafter erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Wittgensteinpreis 2007, Österreichs höchstdotierten Forschungspreis.

 

Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Arbeit von Rudolf Zechner steht die Erforschung des Zusammenhangs zwischen dem Fettstoffwechsel und der sogenannten krebsassoziierten Kachexie. Der Begriff bezeichnet eine lebensbedrohliche Abmagerung, die häufig bei schweren Erkrankungen wie Krebs oder AIDS auftritt. Kachexie wird nicht nur durch eine zu geringe Nahrungsaufnahme bedingt, sondern ist auch das Resultat komplexer Stoffwechselstörungen, die noch nicht vollständig aufgeklärt sind. Dabei kommt es neben dem massiven Abbau von Fettgewebe auch zu einem Verlust an Muskelmasse. Die derart geschwächten PatientInnen sind anfälliger für Infektionen und können für ihre Grunderkrankung notwendige Therapien wie Chemo- oder Strahlentherapie schlechter verkraften. Schätzungen zufolge stirbt ungefähr ein Drittel der PatientInnen an den Folgen der Kachexie, nicht an der Grunderkrankung selbst.

 

Im Jahr 2011  gelang es den Arbeitsgruppen von Rudolf Zechner und Univ.-Prof. Dr. Gerald Höfler vom Institut für Pathologie der Medizinischen Universität Graz, einen direkten Zusammenhang zwischen dem Fettstoffwechsel und der krebsassoziierten Kachexie herzustellen. Die beiden Wissenschafter, die seit Jahren eng zusammenarbeiten, publizierten ihre Erkenntnisse im renommierten Fachmagazin Science.

Dieser herausragende Forschungserfolg ist ein Beispiel für die fruchtbringende Zusammenarbeit der Grazer Universitäten im Bereich der biomedizinischen Forschung, die 2012 mit der Gründung der Forschungsplattform BioTechMed-Graz institutionalisiert wurde. Sie führt Arbeitsgruppen der Karl-Franzens-Universität, der Medizinischen Universität und der TU Graz zusammen.

 

In dem 2014 anlaufenden ERC Advanced Grant „LipoChEX“ wird die enge und interdisziplinäre Zusammenarbeit von Rudolf Zechner und Gerald Höfler wieder eine wichtige Grundlage bilden. „Es gilt herauszufinden, wie verschiedene Krebsarten den Fettstoffwechsel beeinflussen und wie sich umgekehrt die Modulierung des Fettstoffwechsels auf das Entstehen von Krebs und Kachexie auswirkt“, so Zechner. Auch eine mögliche medikamentöse Intervention soll erforscht werden.

 

>> Foto zum Download

Erstellt von Caroline Schober und Gudrun Pichler

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