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Universität Graz Neuigkeiten Gesunde Bienen

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Dienstag, 02.08.2016

Gesunde Bienen

Bahnbrechende Erkenntnisse für die Gesundheit der Bienen: Javier Hernández López, Ulrike Riessberger-Gallé und Wolfgang Schühly haben eine Substanz gegen die Amerikanische Faulbrut entdeckt. Foto: Uni Graz/Eklaude

Bahnbrechende Erkenntnisse für die Gesundheit der Bienen: Javier Hernández López, Ulrike Riessberger-Gallé und Wolfgang Schühly haben eine Substanz gegen die Amerikanische Faulbrut entdeckt. Foto: Uni Graz/Eklaude

WissenschafterInnen der Uni Graz haben Substanz gegen Amerikanische Faulbrut entdeckt

Die Varroa-Milbe, verschiedene Krankheiten und der Einfluss von Pestiziden raffen regelmäßig ganze Bienenvölker dahin. Erst vor wenigen Monaten sorgte die Amerikanische Faulbrut in Salzburg für einen medialen Aufschrei. WissenschafterInnen der Uni Graz haben einen möglichen Weg gefunden, um die gefürchtete Seuche zu bekämpfen, und ihre Methode in der heutigen Ausgabe des zur Nature-Gruppe gehörenden Fachmagazins Scientific Reports veröffentlicht.

Die Amerikanische Faulbrut wird von einem Bakterium übertragen und befällt die junge Brut während der ersten Lebenstage. Da eine Eindämmung mit Antibiotika in der EU streng verboten ist, bleibt als einzige Sanitätsmaßnahme, die befallenen Völker zu verbrennen. Ein Team am Institut für Zoologie der Uni Graz sucht seit einigen Jahren nach weniger drastischen Alternativen zur Krankheitsbekämpfung und hat eine potenzielle Methode nun zum Patent angemeldet. „Wir haben im Darm der Biene eine Substanz entdeckt, die das Wachstum des Erregers unterdrückt“, berichtet Dr. Ulrike Riessberger-Gallé, die die Forschungen geleitet hat. Dieses so genannte Lyso-Phosphatidylcholin – kurz LPC – kann den Larven selbst in hohen Dosen verabreicht werden und schützt sie vor einer Ansteckung mit der Faulbrut.

Diese Substanz kann aus dem Hühnereigelb gewonnen werden, ihre Verabreichung an die Tiere ist allerdings noch eine Herausforderung. Eine direkte Fütterung ist nicht möglich. In der Natur fressen die Larven nämlich ausschließlich das, was ihnen Ammenbienen bringen. „Wir müssen also einen Weg finden, um LPC direkt an die Larven zu bringen, entweder über die ImkerInnen oder durch die Bienen selbst“, schildert Riessberger-Gallé. Derzeit wird ein effektives Verfahren erprobt, bei dem das potenzielle Heilmittel über die Stockeinfütterung zu den Ammen und damit zu den Larven gebracht wird. Es laufen Verhandlungen mit Unternehmen, um dieses Behandlungsmethode zur Marktreife zu bringen.

Die Publikation in Scientific Reports ist unter www.nature.com/articles/srep30699 online zugänglich.

Erstellt von Dagmar Eklaude

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