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Universität Graz Neuigkeiten Geschichten, die das Leben schreibt

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Freitag, 02.03.2018

Geschichten, die das Leben schreibt

Lesen, schreiben, forschen: Jennifer Reimer wird als Lise-Meitner-Stipendiatin 2 Jahre in Graz arbeiten. Foto: Uni Graz/Leljak. ©Uni Graz/Leljak
©Uni Graz/Leljak

Lesen, schreiben, forschen: Jennifer Reimer wird als Lise-Meitner-Stipendiatin 2 Jahre in Graz arbeiten. Foto: Uni Graz/Leljak.

Lise-Meitner-Stipendiatin erforscht den Einfluss von Migration auf die transnationale amerikanische Literatur

Jennifer Reimer, PhD, ist selbst schon viel in der Welt herumgekommen. Die gebürtige Kalifornierin lebte schon in der Türkei, Dänemark, Zypern, Deutschland und ist vorigen wenigen Wochen nach Graz gezogen. Hier wird die Postdoc-Stipendiatin in den kommenden zwei Jahren am Institut für Amerikanistik der Karl-Franzens-Universität im Rahmen des Lise-Meitner-Programms tätig sein. „Für GeisteswissenschafterInnen ist es schwer, dieses Stipendium zu bekommen. Umso mehr freuen wir uns, dass der Projektantrag seitens des österreichischen Wissenschaftsfonds genehmigt wurde“, schildert Ass.-Prof. Dr. Silvia Schultermandl, unter deren Betreuung Jennifer Reimer das Projekt „Forms of Migration“ bearbeitet.

Hauptsächlich geht es darin um Geschichten der transnationalen amerikanischen Literatur. Damit sind Werke von AutorInnen gemeint, die ihre Heimat in einer Außenperspektive beobachten und beschreiben. Speziellen Fokus legte Jennifer Reimer dabei auf Geschichten, die herausfordern, bekämpfen, Widerstand leisten oder Neues schaffen. „Migration bringt nicht nur neue Einsichten und Themen ans Tageslicht, sondern auch innovative Formen des Schreibens sowie progressive Stile hervor“, erklärt die Wissenschafterin. Ein wesentlicher Aspekt ist die Einbindung der Gemeinschaft vor Ort in das Forschungsprojekt: „Wir möchten im Rahmen von Workshops jenen Personen eine Stimme geben, die Flucht- oder Migrationserfahrung haben und ihre Geschichten in ihrer Muttersprache mit uns teilen möchten. Uns beschäftigt dabei vor allem auch die Frage, wie sie an den Schreibprozess herangehen und welche Techniken sie verwenden.“ Minderheiten sichtbar zu machen ist der 37-Jährigen ein außerdem großes Anliegen: „Die Frage nach der sozialen Gerechtigkeit ist ein essenzieller Punkt des Projekts. Wir versuchen durch diesen Aspekt über die konkrete Arbeit hinaus eine gesellschaftliche Wirkung zu erzielen.“

Das Lise-Meitner-Stipendium
Das Lise-Meitner-Programm des österreichischen Wissenschaftsfonds FWF fördert hoch qualifizierte WissenschafterInnen aller Fachdisziplinen. Postdocs aus dem Ausland haben die Möglichkeit, für 24 Monate an einer österreichischen Forschungsstätte an einem Projekt zu arbeiten. Benannt ist das Stipendium nach der bedeutenden österreichischen Kernphysikerin Lise Meitner (1878-1968).

Erstellt von Gerhild Leljak

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