Als Hauptursachen für den hausgemachten Anstieg des CO2-Ausstoßes ortet Karl Steininger die Zurücknahme klimapolitischer Maßnahmen, wie die neuerliche Befreiung fossil betriebener Nutzfahrzeuge von der Normverbrauchsabgabe (NoVA), und Verhaltensänderungen bei Konsument:innen. Der Wissenschaftler und sein Team an der Universität Graz betrachten in ihrer Analyse die österreichischen Treibhausgasemissionen in unterschiedlichen Bereichen. Besonders deutlich war die Zunahme 2025 im Vergleich zum Vorjahr in der öffentlichen Produktion von Strom und Fernwärme mit rund 20,7 Prozent. „Dieser Anstieg lässt sich zu etwa einem Viertel dem kälteren Winter zuschreiben“, erklärt Steininger. Die schwache Konjunktur trug zu einer Reduktion um knapp 0,75 Prozentpunkte bei. Somit ist die Zunahme insgesamt überwiegend selbstverantwortet. „Als die Energiepreise, vor allem für Gas, in den Vorjahren sehr hoch waren, wurde mehr gespart, etwa durch eine niedrigere Raumtemperatur. 2025 sind die Menschen teilweise wieder zu ihren früheren Gewohnheiten zurückgekehrt“, so der Forscher. Zusätzlich wächst der Stromverbrauch in Österreich durch die Elektrifizierung im Verkehr, durch den vermehrten Einsatz von Wärmepumpen zur Beheizung von Räumen sowie in der Industrie kontinuierlich an. „Im Vorjahr konnte die Ausweitung der erneuerbaren Stromproduktion mit der steigenden Nachfrage nicht Schritt halten. Das ist ein weiterer Grund für die Zunahme der Emissionen in diesem Bereich“, ergänzt Steininger.
Im Gebäudesektor beobachteten die Wissenschaftler:innen der Uni Graz 2025 im Vergleich zu 2024 einen Anstieg von rund acht Prozent. Auch hier schlagen dieselben Einflüsse zu Buche. „Rund die Hälfte lässt sich durch den strengeren Winter erklären“, sagt der Volkswirt. Der Rest sei ebenfalls in den oben genannten Verhaltensänderungen sowie in einer Ausweitung der beheizten Flächen begründet.
In den verbleibenden Sektoren sanken die Emissionen 2025 insgesamt um etwas mehr als 1,6 Prozent. Die gegenüber dem langjährigen Trend schwache Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts erklärt davon knapp 0,4 Prozentpunkte. Vor allem in Bereichen der Industrie wirkten sich strukturelle Verschiebungen in Richtung Klimaneutralität positiv aus.
Detaillierter Bericht über die Entwicklung der österreichischen Treibhausgasemissionen bis 2025
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