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Universität Graz Neuigkeiten Emissionen in Österreich 2025 gestiegen: Forschende der Uni Graz analysieren die Ursachen

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Mittwoch, 02.09.2026

Emissionen in Österreich 2025 gestiegen: Forschende der Uni Graz analysieren die Ursachen

Hand stellt einen Schieberegler mit Skala von 0 bis 100 und der Beschriftung „CO₂“ auf etwa 35, unten rechts ein Blattsymbol. ©Olivier Le Moal - stock.adobe.com
©Olivier Le Moal - stock.adobe.com

Insgesamt haben die Emissionen in Österreich 2025 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 0,7 Prozent zugenommen. Rechnet man die Einflüsse des kälteren Winters und der schwachen Konjunktur heraus, ist ein Anstieg um 0,26 Prozent zu verzeichnen.

Das Umweltbundesamt hat heute die Zahlen zu den Treibhausgasemissionen Österreichs 2025 veröffentlicht. Während in den Jahren 2022 bis 2024 der CO2-Ausstoß im Vergleich zum jeweiligen Vorjahr stark gesunken ist, stieg er 2025 um knapp 0,7 Prozent wieder an. Forschende der Universität Graz haben analysiert, inwieweit dafür strukturelle Veränderungen in der Wirtschaft verantwortlich waren und welchen Anteil externe, kaum beeinflussbare Faktoren beigetragen haben. „2025 führte der im Vergleich zu 2024 kältere Winter zu einer Zunahme der Emissionen um 0,81 Prozent, die schwache Konjunktur hingegen ließ sie um 0,38 sinken. Rechnet man diese Einflüsse heraus, beobachten wir 2025 einen Anstieg um 0,26 Prozent relativ zum Vorjahr“, berichtet Volkswirt und Klimaökonom Karl Steininger. „Damit ist Österreich eindeutig nicht am richtigen Kurs, um seine Klimaziele – eine signifikante Emissionsminderung bis 2030 – zu erreichen“, so der Forscher.


Als Hauptursachen für den hausgemachten Anstieg des CO2-Ausstoßes ortet Karl Steininger die Zurücknahme klimapolitischer Maßnahmen, wie die neuerliche Befreiung fossil betriebener Nutzfahrzeuge von der Normverbrauchsabgabe (NoVA), und Verhaltensänderungen bei Konsument:innen. Der Wissenschaftler und sein Team an der Universität Graz betrachten in ihrer Analyse die österreichischen Treibhausgasemissionen in unterschiedlichen Bereichen. Besonders deutlich war die Zunahme 2025 im Vergleich zum Vorjahr in der öffentlichen Produktion von Strom und Fernwärme mit rund 20,7 Prozent. „Dieser Anstieg lässt sich zu etwa einem Viertel dem kälteren Winter zuschreiben“, erklärt Steininger. Die schwache Konjunktur trug zu einer Reduktion um knapp 0,75 Prozentpunkte bei. Somit ist die Zunahme insgesamt überwiegend selbstverantwortet. „Als die Energiepreise, vor allem für Gas, in den Vorjahren sehr hoch waren, wurde mehr gespart, etwa durch eine niedrigere Raumtemperatur. 2025 sind die Menschen teilweise wieder zu ihren früheren Gewohnheiten zurückgekehrt“, so der Forscher. Zusätzlich wächst der Stromverbrauch in Österreich durch die Elektrifizierung im Verkehr, durch den vermehrten Einsatz von Wärmepumpen zur Beheizung von Räumen sowie in der Industrie kontinuierlich an. „Im Vorjahr konnte die Ausweitung der erneuerbaren Stromproduktion mit der steigenden Nachfrage nicht Schritt halten. Das ist ein weiterer Grund für die Zunahme der Emissionen in diesem Bereich“, ergänzt Steininger. 

Im Gebäudesektor beobachteten die Wissenschaftler:innen der Uni Graz 2025 im Vergleich zu 2024 einen Anstieg von rund acht Prozent. Auch hier schlagen dieselben Einflüsse zu Buche. „Rund die Hälfte lässt sich durch den strengeren Winter erklären“, sagt der Volkswirt. Der Rest sei ebenfalls in den oben genannten Verhaltensänderungen sowie in einer Ausweitung der beheizten Flächen begründet.

In den verbleibenden Sektoren sanken die Emissionen 2025 insgesamt um etwas mehr als 1,6 Prozent. Die gegenüber dem langjährigen Trend schwache Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts erklärt davon knapp 0,4 Prozentpunkte. Vor allem in Bereichen der Industrie wirkten sich strukturelle Verschiebungen in Richtung Klimaneutralität positiv aus.

Detaillierter Bericht über die Entwicklung der österreichischen Treibhausgasemissionen bis 2025

 

Wer mehr darüber wissen will, vor welche volkswirtschaftlichen Herausforderungen der Klimawandel Politik und Gesellschaft stellt, kann an der Uni Graz Umweltsystemwissenschaften – Economics studieren.

Erstellt von Gudrun Pichler

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