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Universität Graz Neuigkeiten Eine Zeit im Bild

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Dienstag, 04.12.2018

Eine Zeit im Bild

Foto: Montecappio [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons

Cappenberger Barbarossakopf Foto: Montecappio [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons

Historiker Romedio Schmitz-Esser über die Welt der Bilder im Mittelalter und heute

Allein auf Facebook werden weltweit pro Tag 300 Millionen Fotos hochgeladen, weitere 80 Millionen auf Instagram. Bilder bestimmen längst unsere Gesellschaft. Doch was werden sie einmal später über uns aussagen? Wenn nur ein Teil dieser Bilder überliefert ist? Und dieser – zur Demonstration von Machtverhältnissen – inszeniert ist? 
Fragen, denen sich Historiker Romedio Schmitz-Esser in seinen Forschungen an der Universität Graz widmet. „Besonders in der politischen Kommunikation werden Bilder eingesetzt, um zu einem konzipierten Zweck Botschaften zu vermitteln“, erinnert Schmitz-Esser zum Beispiel an ein Foto, das Präsident Barack Obama und Außenministerin Hillary Clinton 2011 im „Situation Room“ zeigt, als Al-Qaida-Führer Osama Bin Laden getötet wurde. Während Schmitz-Esser Parallelen zwischen Mittelalter und Gegenwart in den Ausdrucksformen zieht – „Bilder prägen wie vor rund 900 Jahren auch heute unsere Welt“ –, hebt er einen markanten Unterschied hervor. In der Epoche des Mittelalters gingen Darstellungen oft nicht von den Herrschern aus, sondern wurden an diese herangetragen, etwa von Klöstern. Dieser Kontext, so der Historiker, muss daher bei der Interpretation der Bildnisse berücksichtigt werden. 

Welches Bild ergibt sich von Herrschern des Mittelalters, von denen nur wenige Bildnisse erhalten sind? So im Fall des berühmten Kaisers Friedrich Barbarossa, von dem es gerade ein Dutzend Darstellungen gibt. Zu den bekanntesten Abbildungen zählt der sogenannte Cappenberger Barbarossakopf, eine vergoldete Büste. Zweifel tun sich jedoch in der Forschung auf, ob die Figur tatsächlich den Stauferkaiser zeigt. „Sie wurde auch als Behälter für Reliquien verwendet - vielleicht war es aber eben auch einfach nur das, ein Kopfreliquiar“, berichtet Romedio Schmitz-Esser, Mitglied des Kuratorium der Barbarossa-Stiftung Altenburg, über neueste Erkenntnisse. 

Mehr Rätsel zu bildlichen Darstellungen aus dem Mittelalter, insbesondere zum Cappenberger Barbarossakopf, werden im Rahmen eines Vortrages an der Universität Graz gelüftet. Das Institut für Geschichte hat dazu Prof. Dr. Knut Görich von der Ludwig-Maximilian-Universität München eingeladen, den bekanntesten Experten für den Stauferkaiser: Freitag, 7. Dezember 2018, 13.30 Uhr, im Hörsaal 06.03, Universitätsplatz 6, 8010 Graz

Erstellt von Andreas Schweiger

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