Einer wird gewinnen: Die rein theoretische Wahrscheinlichkeit liegt für jedes der 48 bei der Fußball-WM antretenden Teams bei rund zwei Prozent. „Für eine realistischere Berechnung muss man natürlich die Spielstärke der jeweiligen Mannschaften, der direkten Gegner und den Turnierverlauf in die Modellierung mit einbeziehen“, ergänzt Michael Fischer, Fachdidaktiker am Institut für Mathematik der Universität Graz. Dafür empfiehlt sich das sogenannte Bradley-Terry-Modell, das sich auch für die Verwendung im Unterricht eignet. Die Schüler:innen können etwa anhand von FIFA-Ranglisten oder Marktwerten die Spielstärken der National-Teams schätzen. „Wenn man Annahmen ein wenig variiert, gelangt man oft schon zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Das fördert das Verständnis für Datenanalyse, Wahrscheinlichkeiten und Unsicherheit“, sieht der Mathematiker eine gute Möglichkeit, die wichtigste Nebensache der Welt als Lernmotivation für komplexe Zukunftsthemen heranzuziehen.
Fischer, der ganz unwissenschaftlich Österreich als Weltmeister vorhersagt, hat zu diesem Thema gemeinsam mit Christoph Lieben einen Fachartikel veröffentlicht: „Fußballspiele sind (keine) Zufallsexperimente – Modellieren und Simulieren mit dem Bradley-Terry-Modell", DOI: 10.37626/GA9783959873307.0