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Universität Graz Neuigkeiten Vermittler

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Mittwoch, 20.01.2016

Vermittler

Der Finne Pekka Kujamäki ist seit September Professor für Translationswissenschaften an der Uni Graz. Foto: KK

Der Finne Pekka Kujamäki ist seit September Professor für Translationswissenschaften an der Uni Graz. Foto: KK

Pekka Kujamäki ist neuer Professor am Institut für Theoretische und Angewandte Translationswissenschaft

Welche Rolle spielt Dolmetschen und Übersetzen in der Gesellschaft? Welche Bedeutung haben ÜbersetzerInnen und DolmetscherInnen beim kulturellen Miteinander? Unter anderem mit solchen Fragen beschäftigt sich Pekka Kujamäki, seit 1. September 2015 Professor für Translationswissenschaft an der Uni Graz. Davor war der aus Finnland stammende Wissenschafter Professor für Deutsche Sprache und Translation an der Universität Ostfinnland.
Erste Kontakte nach Graz hat er schon vor einigen Jahren geknüpft, unter anderem hielt er 2013 hier ein Seminar zum Thema Dolmetschen im Krieg. In einem großen Forschungsprojekt, das er nun an der Karl-Franzens-Universität fortführt, analysiert er sehr umfassend die Dolmetschtätigkeiten während des Zweiten Weltkriegs in Finnland: „Es gab offizielle Dolmetscher der deutschen Wehrmacht, wesentlich bedeutsamer waren aber inoffizielle – etwa Frauen und Kinder oder Kriegsgefangene“, schildert Kujamäki. Wie die Sprachbarrieren in den Gefangenenlagern, im finnischen Militärhauptquartier oder innerhalb der deutsch-finnischen Waffenbrüderschaft überbrückt wurden beziehungsweise welche Bedürfnisse das Heer hatte, sind weitere Fragen, denen sich der Wissenschafter widmet. „Wir haben vier Jahre lang sehr viel Material in Archiven gesammelt, das wir nun bearbeiten.“

Momentan nehmen aber die Studierenden und das Vertrautwerden mit dem österreichischen Universitätssystem mehr Zeit in Anspruch als die Forschung. „Die Intensität der Betreuungsarbeit hat mich überrascht“, gesteht der Finne. Dennoch hat ihn gerade die Vielfalt der Studierenden am Institut nach Graz gelockt. „Ihre unterschiedlichen kulturellen, nationalen und ethnischen Hintergründe sind für mich sehr reizvoll und bieten neue Perspektiven für den Unterricht.“ Die Stadt gefällt ihm ebenfalls sehr gut – samt dem aktuellen Temperaturunterschied zu seiner Heimat von rund 40 Grad. „Ich habe mit meinen 52 Jahren schon genug vom finnischen Winter abbekommen“, lacht Kujamäki auf die Frage, ob ihm das skandinavische Klima nicht abgeht.

Erstellt von Dagmar Eklaude

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