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Universität Graz Neuigkeiten Gegenrede: Höflichkeit bremst Online-Hass

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Donnerstag, 11.12.2025

Gegenrede: Höflichkeit bremst Online-Hass

Eine Frau steht vor einem Fenster ©Uni Graz/Angele
©Uni Graz/Angele

Alina Herderich erforscht die so genannte "Counter Speech", also organisierte Gegenrede gegen koordinierten Hass im Internet. Foto: Uni Graz/Angele.

„Die Jungen sollten mal lieber ganze Sätze sprechen!“, „Merkel zeigt, Frauen gehören nicht in die Politik!“ „Die Grünen sind unnötig wie Zecken.“

Aussagen wie diese gehören zu den über eine Million Tweets aus den Jahren 2015 bis 2018, die ein Forschungsteam des IDea_Lab der Universität Graz analysiert hat. „In dieser Zeit waren koordinierte Hass-Gruppen online besonders aktiv. Und auch die organisierte Gegenrede, die direkt von den User:innen kommt, hat damals als direkte Reaktion auf den Hass Fahrt aufgenommen“, erklärt Alina Herderich, PostDoc am IDea_Lab. 

Sachliche Meinung ist wichtiger als Strategie

In einer aktuellen Publikation haben die Forscher:innen aufgezeigt, wie unterschiedliche Formen von Gegenrede die Dynamik politischer Diskussionen auf Twitter (heute X) beeinflussen. Das zentrale Ergebnis: „Man muss keine ausgefeilte Strategie beherrschen, um Hass auf online-Plattformen zu reduzieren. Wer eine persönliche Meinung sachlich äußert, trägt bereits dazu bei, die Debatte messbar weniger boshaft zu machen“, fasst die Wissenschaftlerin zusammen. 

Die Studie widerlegt damit die verbreitete Annahme, dass nur faktenbasierte, humorvolle oder besonders ausgeklügelte Antworten Hassrede effektiv reduzieren. „Respekt gegenüber anderen Menschen und deren Meinungen zu zeigen, klingt zwar auf den ersten Blick banal, ist aber als Gegenmittel tatsächlich am wirkungsvollsten“, bestätigt Herderich, die in der Arbeitsgruppe „Complex Social & Computational Systems“ von Jana Lasser tätig ist. 

Gruppenbezogene Rede verschlechtert die Gesprächskultur 

Neben verschiedenen Argumentationsstilen hat das Forschungsteam auch unterschiedliche Einflüsse auf die Gesprächskultur im Web untersucht. „Ein für uns überraschendes Ergebnis war, dass gruppenbezogene Inhalte sich negativ auf den Ton in der Debatte auswirken. Selbst wenn man nur positiv über jene Gruppe spricht, der man sich selbst zugehörig fühlt, bewirkt das letztlich eine Verschlechterung der gesamten Dynamik. Neutral formulierte Aussagen wirken hingegen stabilisierend“, erklärt Herderich, gemeinsam mit Jana Lasser Erstautorin der Studie. 

Publikation: Lasser, Herderich et.al.: Collective moderation of hate, toxicity, and extremity in online discussions. PNAS nexus. 2025. 
>> zur Publikation 

Wer Daten verwalten, analysieren und interpretieren lernen möchte, kann das im Masterstudium “Data Science” an der Universität Graz tun. 
>> Mehr zum Studium 

Erstellt von Gerhild Leljak

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