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Universität Graz Neuigkeiten Unter den Besten

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Freitag, 21.05.2021

Unter den Besten

Innophore-CEO Christian Gruber: "Der Eintritt ins Finale der Grand Challenge ist ein bedeutender Meilenstein für unser Unternehmen." Foto: Regine Schoettl.

Innophore-CEO Christian Gruber: "Der Eintritt ins Finale der Grand Challenge ist ein bedeutender Meilenstein für unser Unternehmen." Foto: Regine Schoettl.

Das Bioinformatik-Unternehmen Innophore steht im Finale des größten Medikamentensuchprogramms gegen Covid-19

ForscherInnen des Bioinformatik-Unternehmens Innophore, einem Spin-off Unternehmen der Universität Graz, stehen gemeinsam mit weltweit führenden ExpertInnen der Wirkstoff-Forschung im Finale der prestigeträchtigen „JEDI Billion Molecules against Covid-19 Grand Challenge“. Dabei geht es um die Entwicklung von neuen Medikamenten mit einer starken Wirkung auf essentielle Zielproteine des Sars-Cov-2-Virus. Die TeilnehmerInnen wurden aufgefordert, mindestens eine Milliarde Moleküle durch drei verschiedene Berechnungsmethoden zu validieren – Künstliche Intelligenz und digitale Medizin spielen dabei eine wichtige Rolle.

Thomas Hermans, Programmmanager der JEDI Covid19 Grand Challenge, erklärte, dass mehr als 500 WissenschafterInnen der besten Forschungsinstitutionen der Welt mehr als 54 Milliarden Moleküle getestet haben. In der Finalrunde stehen nun jene Teams, deren Medikamentenvorschläge das meiste Potenzial zum Erfolg aufweisen. Dazu gehöre das VirtualFlow-Team (Innophore, Universität Graz und acib) sowie Gruppen aus den USA (Harvard, DFCI, Google und University of California), Deutschland (Max-Planck-Institut und TU Berlin) und der Ukraine (Enamine und Chemspace).

Georg Steinkellner, CTO von Innophore, schildert den aktuellen Stand des Wettbewerbs, der vergangenes Jahr ins Leben gerufen wurde: „878 neue Substanzen, die sich in den Computerexperimenten als vielversprechend erwiesen haben, werden nun experimentell im Reagenzglas sowie an lebenden, mit SARS-CoV-2 infizierten Zellen untersucht. Diese Analysen werden in unabhängigen Hochsicherheitslabors in Deutschland, Frankreich und den USA durchgeführt. Einige davon kommen von unserem JEDI-Team und sind nun als Open-Science in der Fachpresse veröffentlicht.“


Zwei Millionen Euro Preisgeld
Der Sieger der Grand Challenge wird mit zwei Millionen Euro Preisgeld bedacht; eine Summe, die von einem Konsortium, bestehend aus der MERCK Gruppe, dem AXA Research Fund, FOLDING@HOME und der Coronavirus Structural Task Force, aufgestellt wird. „Für unser Team steht nicht das Preisgeld im Vordergrund, sondern die Möglichkeit, gemeinsam mit den weltweit besten WissenschafterInnen in diesem Bereich einen Beitrag für die Entwicklung eines wirksamen Medikaments gegen Covid-19 zu leisten. Der Eintritt ins Finale ist ein bedeutender Meilenstein für Innophore, ein weiteres Proof-of-Principle für unsere patentierte CatalophoreTM KI Technologie und nicht zuletzt eine große Ehre“, freut sich Christian Gruber, CEO des Grazer High-Tech Unternehmens.


Ministerin Schramböck: „Österreich ist stolz“
Auch Margarete Schramböck, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, zeigte sich begeistert: „Österreich ist stolz, dass Innophore in der Finalrunde des größten digitalen Medikamentensuchprogrammes der Geschichte steht.“ Im Jahr 2040 soll Österreich gemäß der von der Bundesregierung angekündigten Standortstrategie  zu den zehn besten Wirtschaftsstandorten weltweit gehören. „Die Kombination von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz mit Life Science Bereichen wie Biotech, Biopharmazie und Biomedizin werden in Österreich zentrale Zukunftsfelder sein, um diese Vision zu verwirklichen“, ist Gruber überzeugt.


Über JEDI und die Grand Challenge 
JEDI unterstützt als EU-Agentur für disruptive Innovation zukunftsweisende Projekte, die Europa in eine technologische Führungsposition bringen. Daher lanciert JEDI Grand Challenges, um die Grenzen des Machbaren in Wissenschaft und Technologie zu verschieben. Das Komitee der JEDI Grand Challenge setzt sich aus weltweit anerkannten ExpertInnen, NobelpreisträgerInnen und WHO-SpezialistInnen aus den Bereichen Medikamentenentwicklung, Künstliche Intelligenz, High Performance Computing, Wirtschaft und Innovation, Virologie, Epidemiologie und Medizin zusammen.


Über Innophore
Innophore mit dem Sitz in Graz wurde 2017 als Spin-off der Universität Graz und des Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) gegründet und spezialisiert sich auf die Bereiche digitale Medikamentenentwicklung und Enzymsuche mittels 3D-Punktwolken, AI und Deep Learning. Neben vielen nationalen und internationalen Auszeichnungen ist Innophore für den Staatspreis 2021 der Republik Österreich nominiert. Arbeiten an Covid-19 wurden u.a. durch acib, die Europäische Kommission, FFG, FWF und SFG unterstützt.


Publikationen:
„A multi-pronged approach targeting SARS-CoV-2 proteins using ultra-large virtual screening” in iScience, Cell Press:  https://cell.com/iscience/fulltext/S2589-0042(20)31218-9 und “JEDI Billion Molecules against Covid-19: compounds synthesized”, https://doi.org/10.6084/m9.figshare.14458896.v2

Erstellt von Anja Gaisch & Gerhild Leljak

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