Dürren, Überschwemmungen oder Waldbrände belasten die öffentliche Hand, und zwar doppelt. Zum einen dotiert sie den Katastrophenfonds, der Betroffene entschädigt, und finanziert den Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur. Zum anderen entgehen dem Fiskus Steuereinnahmen, wenn Ernten ausfallen oder die Produktivität sinkt. Österreich investiert bereits jährlich rund 600 Millionen Euro in die Klimawandelanpassung, etwa in Schutzbauten oder Renaturierung. „Diese Gelder haben wir den durchschnittlich zu erwartenden Schäden durch Klimafolgen bis 2050 gegenübergestellt“, führt Preinfalk aus. „Die Modellierung zeigt eindeutig, dass sich die Ausgaben für den Staatshaushalt rentieren“, resümiert die Forscherin. Mit Anpassung sind Steuereinnahmen pro Jahr um 1,7 Milliarden Euro höher als in einem Szenario ohne zusätzliche Investitionen. Sparmaßnahmen in diesem Bereich würden also mittelfristig zu wesentlich höheren Kosten führen.
Steigendes Risiko
Österreich strebt an, sich landesweit gegen 100-jährige Hochwasser zu wappnen. Vor allem dicht besiedelte urbane Gebieten halten jetzt schon wesentlich stärkeren Ereignissen stand. „Mit steigender Intensität der Unwetter ist es allerdings absehbar, dass bestehende Schutzniveaus immer öfter überschritten, werden“, warnt Preinfalk. 2024 drohte bei einem tausendjährigen Hochwasser sogar der Wienfluss überzugehen. Eine Anpassung müsse nicht zwangsläufig teuer sein: „Es würde viel helfen, gezielte Maßnahmen in der Planung von Neubauten, bei der Sanierung bestehender Infrastruktur oder auch in der Land- und Forstwirtschaft stärker zu berücksichtigen“, empfiehlt die Forscherin. Auch Informationskampagnen – etwa im Gesundheitsbereich – würden einen relevanten Beitrag leisten.