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Universität Graz Neuigkeiten Rekordschmelze

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Freitag, 31.03.2023

Rekordschmelze

Andreas Kellerer-Pirklbauer und Gerhard Lieb von der Uni Graz mit Messgerät vor einem Gletscher ©Simon Schöpf

Andreas Kellerer-Pirklbauer und Gerhard Lieb (v.l.) von der Uni Graz leiten den Gletschermessdienst des Österreichischen Alpenvereins. Foto: Alpenverein / Simon Schöpf

Aktueller Gletscherbericht belegt rapiden Schwund des Eises in den österreichischen Alpen

Seit 132 Jahren beobachtet der Gletschermessdienst des Österreichischen Alpenvereins das Eis in den heimischen Gebirgsgruppen. Die Aufzeichnungen dokumentieren das rasante Abschmelzen im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Der aktuellste Bericht, der am 31. März 2023 im Rahmen einer Online-Pressekonferenz präsentiert wurde, offenbart neue Rekordwerte. Gerhard Karl Lieb und Andreas Kellerer-Pirklbauer vom Institut für Geographie und Raumforschung der Universität Graz, Leiter des Gletschermessdienstes, analysierten die Ursachen für den massiven Schwund im Zeitraum 2021/2022.

Die größte Längenänderung wurde erneut in der Venedigergruppe gemessen, wo sich das Schlatenkees um 89,5 Meter zurückzog. Im Jahr davor waren es 54,5 Meter gewesen. Platz 2 belegt die Pasterze am Großglockner. Sie verlor 87,4 Meter. Im Mittel sind die 89 vom Alpenverein beobachteten österreichischen Gletscher um 28,7 Meter kürzer geworden. „Die enormen Verluste erklären sich aus der Kombination unterdurchschnittlicher Schneemengen im Winter mit einer erneut langen und sehr warmen Schmelzperiode, die schon an der Monatswende Mai/Juni einsetzte und bis in den September hinein andauerte“, analysieren Lieb und Kellerer-Pirklbauer die Ergebnisse.

Die aktuellen Rückzugswerte sind die höchsten seit Beginn der Alpenvereins-Messreihe im Jahr 1891. „Das Schwinden der Gletscher macht unzweifelhaft die Folgen des anthropogen massiv verstärkten Klimawandels deutlich“, so die Forscher. „Die österreichischen Alpen werden in einigen Jahrzehnten so gut wie eisfrei sein – mit ,optimistischer‘ Prognose bis 2075, wahrscheinlich aber deutlich früher.“

Nähere Informationen im >> Gletscherbericht des Österreichischen Alpenvereins 2021/22

Erstellt von Gudrun Pichler

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