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Universität Graz Neuigkeiten Nah und da 

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Montag, 14.12.2020

Nah und da 

Manche KollegInnen sind da, andere sind ganz nah - dank Video-Konferenzen und anderen digitalen tools. Wie das Home Office Teams beeinflusst, untersuchen aktuell drei Forscherinnen in einer Studie, bei der man auch noch mitmachen kann. Foto: pexels.com/Fox.

Manche KollegInnen sind da, andere sind ganz nah - dank Video-Konferenzen und anderen digitalen tools. Wie Home Office und Gleitzeit Teams beeinflussen, untersuchen aktuell drei Forscherinnen in einer Studie, bei der man auch noch mitmachen kann. Foto: pexels.com/Fox.

Forscherinnen untersuchen, wie Homeoffice und Gleitzeit Teams beeinflussen

Geliebt, gehasst, geduldet – je nach individueller Lebenssituation wird das Homeoffice wohl ganz unterschiedlich bewertet. Quasi über Nacht aufgrund des ersten Corona-Lockdowns im März 2021 in Österreich eingeführt, war das Arbeiten von zuhause beim zweiten Lockdown im November für viele schon Gewohnheit. Forscherinnen der Universität Graz und der TU Wien erheben seit rund einem Jahr, wie sich flexibles Arbeiten auf die Kommunikation und damit auch auf Zusammenhalt, Produktivität und Effektivität in beruflichen Teams auswirkt. 

Erste Zwischenergebnisse der quantitativen Studie liegen jetzt vor. Die Wissenschafterinnen suchen aber weiterhin Teams mit zumindest 3 Personen, die an einer online Umfrage teilnehmen. Im Gegenzug gibt es maßgeschneiderte Feedbacks der Studienleiterinnen, auf denen aufbauend Führungskräfte Koordination, Engagement und Leistung innerhalb des Teams verbessern können. 

Verfügbarkeit als Schlüsselelement

Bettina Kubicek und Sabina Hodzic, beide vom Institut für Psychologie der Universität Graz, haben gemeinsam mit Martina Hartner-Tiefenthaler, Institut für Managementwissenschaften der TU Wien, bislang 55 Teams zu ihren Gruppenprozessen befragt. Teilweise waren diese MitarbeiterInnen auch schon vor der Corona-Pandemie partiell im Homeoffice oder aufgrund von Gleitzeit nicht alle zur selben Zeit im Büro präsent. Die ersten Ergebnisse der Studie zeigen ein Schlagwort als Um und Auf für gelungene Zusammenarbeit: Verfügbarkeit. „Damit ist aber nicht Erreichbarkeit rund um die Uhr gemeint. Sondern das Gefühl, dass meine KollegInnen prinzipiell für mich da sind und ich mich auch vom Homeoffice aus an sie wenden kann. Umgekehrt sollten auch Personen, die zuhause arbeiten, ihren KollegInnen das Gefühl vermitteln, am Arbeitsprozess aktiv teilzunehmen“, unterstreicht Bettina Kubicek. 

Hilfreich kann hier sein, Erreichbarkeitserwartungen im Team zu klären, führt die Arbeitspsychologin aus: „Für eine/n KollegIn sind fünf Stunden eine angemessene Zeit, um auf ein Mail zu antworten, für andere vielleicht 30 Minuten. Wenn sich der abgesprochene Rahmen nicht einhalten lässt, wäre es wichtig, zumindest kurz zu signalisieren, wann man sich mit einer ausführlicheren Antwort melden wird.“ Denn verlässlich verfügbar zu sein, steigere das Vertrauen zwischen KollegInnen, und das wirke sich nachweislich positive auf die Zusammenarbeit aus. Umgekehrt gilt auch: „Je unterschiedlicher die Verfügbarkeit im Team definiert oder gelebt wird, umso mehr leidet die Qualität der Kommunikation“, unterstreicht Martina Hartner-Tiefenthaler. 

Abklärung der Erwartungen

Wenn KollegInnen teilweise von zuhause aus arbeiten, sollte sich die Gruppe vorab darüber einigen, für welche Prozesse bzw. Kommunikationsabläufe welche Medien verwendet werden. „Es gibt mittlerweile so viele Möglichkeiten: von Telefonat und E-Mail über Messenger-Gruppen bis hin zu verschiedenen Software-Lösungen. Hier ist es sehr hilfreich, je nach Inhalt der Aufgabe den passenden Kommunikationskanal zu wählen“, schildert die Forscherin. Wichtig ist es auch im Homeoffice, Möglichkeiten für den spontanen, informellen Austausch zu schaffen. Wen kann ich wie bei einem Notfall erreichen? Denn eines zeigt die Studie ganz deutlich: Wenn die MitarbeiterInnen das Gefühl haben, bei Bedarf jemanden erreichen zu können – egal ob im Homeoffice oder vor Ort – , dann ist sowohl die Kohäsion im Team als auch die Kommunikationsqualität höher, was jeweils direkt mit der Teamleistung zusammenhängt.  

Wie ist die Situation in Ihrem Team?

Die Wissenschafterinnen suchen derzeit in einer zweiten, parallel laufenden Studie noch nach Teams, die mehr über die wahrgenommene Verfügbarkeit in ihrem Team erfahren wollen. Dieses Mal sind außerdem auch die Team-LeiterInnen gefragt. Interessierte können sich gerne schon jetzt anmelden unter flex-teams(at)uni-graz.at. Die Befragung selbst kann auch erst im Jänner erfolgen.

 

>> Weitere Infos: 
https://psychologie.uni-graz.at/de/arbeits-und-organisationspsychologie/forschen/laufende-projekte/flexible-arbeit-in-teams/
https://www.imw.tuwien.ac.at/aw/research/new_ways_of_working/flexible_work_in_teams/

 

Erstellt von Gerhild Leljak

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