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Universität Graz Neuigkeiten Kosmetika in der Umwelt: Wissenschaftler:innen belegen Gefahr für Ameisen

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Montag, 02.02.2026

Kosmetika in der Umwelt: Wissenschaftler:innen belegen Gefahr für Ameisen

Dalial Freitak (links) und Danae Nyckees ©Uni Graz/Tzivanopoulos

Dalial Freitak (links) und Danae Nyckees untersuchen, wie sich Umweltbelastungen auf Ameisen auswirken. Foto: Uni Graz/Tzivanopoulos 

Titandioxid, das beispielsweise in Kosmetika enthalten ist, gelangt in Form von Nanopartikeln immer häufiger in die Umwelt. Dadurch könnte die Substanz auch Insekten gefährden. Nehmen Ameisen den Stoff zusätzlich in Kombination mit dem Pestizid Glyphosat auf, stört das die Entwicklung ihrer Nachkommen. Wissenschaftler:innen der Universität Graz machen auf die negativen Folgen des giftigen Cocktails aufmerksam.

„Vor allem in den vergangenen Jahren sind große Mengen an Titandioxid (TiO2) und Glyphosat in die Umwelt gelangt“, schildert Biologie-Doktorandin Danae Nyckees. Insbesondere die chemische Verbindung TiO2, die in Sonnencremes, Lotionen und Zahnpasta, aber auch in Lacken enthalten ist, bahnt sich seinen Weg übers Abwasser sowie nicht richtig entsorgten Müll als Nanopartikel in die Natur. Wie sich der Schadstoff auf Insekten auswirkt, hat ein Team aus Biolog:innen und Chemiker:innen der Uni Graz am Beispiel der Ameisen-Art Cardiocondyla Obscurior untersucht.

Die Tiere, die sowohl in den Tropen als auch in Europa anzutreffen sind, nehmen winzige Teilchen der Substanz über die Nahrung auf. „Sie beeinflussen Mikroorganismen im Darm negativ“, bestätigt Dalial Freitak, Leiterin der Forschungsgruppe Insektengesundheit an der Uni Graz. Titandioxid beeinträchtigt auch die Anzahl des Nachwuchses und kann möglicherweise Effekte des Herbizids Glyphosat verstärken, ergänzt Danae Nyckees. 
„Schadstoffe müssen nicht immer gleich die Sterblichkeitsrate erhöhen“, verweisen Freitak und Nyckees auf die Langzeitfolgen von Umweltgiften. Und nicht nur dazu seien weitere Untersuchungen notwendig. „Wir wissen viel zu wenig über die Wechselwirkungen schädlicher Stoffe“, betonen die beiden Wissenschaftlerinnen.

Die Studie wurde in enger Kooperation mit Reinhard Sittinger sowie Raquel Gonzalez de Vega und David Clases vom Institut für Chemie der Uni Graz durchgeführt und kürzlich im Fachjournal „Environmental Science and Pollution Research“ veröffentlicht.
 

Erstellt von Andreas Schweiger

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