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Universität Graz Neuigkeiten Gott und die City

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Montag, 01.08.2022

Gott und die City

Kirchtürme prägen die Skyline vieler Städte - so auch Wien (Foto). Foto: Roland Kadan - pixabay

Kirchtürme prägen die Skyline vieler Städte - so auch Wien (Foto). Foto: Roland Kadan - pixabay

Mit dem Verhältnis zwischen Stadt und Religion beschäftigt sich Fundamentaltheologin Martina Bär

Ob Wien, Köln oder Prag – kirchliche Bauten prägen die Skyline großer Städte. Das religiöse Leben in Metropolen ist hingegen weniger präsent. Martina Bär, seit April 2022 Professorin für Fundamentaltheologie an der Universität Graz, will Beziehungsarbeit leisten, um Stadt und Religion näher zueinander zu bringen.

Die Großstadt ist Sinnbild für ein freies Leben. Einher geht oft die Abkehr von Religion. „Ihre Relevanz im Alltag verliert in der städtischen Gesellschaft an Bedeutung“, bestätigt Martina Bär. Wie aber gehen die Menschen mit ihrer Spiritualität um? Und wie kann die katholische Kirche darauf reagieren? Fragen, mit denen sich die Theologin auseinandersetzt. Eine Antwort lautet: „Auf Menschen zugehen, sie in ihrer Lebenswelt abholen.“ Dass dies funktionieren kann, hat die Wissenschafterin bei einem Forschungsaufenthalt in Mexico City erfahren. „Es gibt Priester, die auf der Straße Gottesdienste abhalten und die Beichte abnehmen.“

Letztes Abendmahl als Performance
Strategien gibt es auch in Europa: karitative Angebote stärken, Gesprächsabende organisieren. Weiters können Kunstaktionen, etwa wenn an einem Tisch vor dem Brandenburger Tor – in Analogie zum Letzten Abendmahl – zwölf Personen Platz nehmen, verbinden.
Bär spricht zudem von einer Eigenlogik einer Stadt: „Die BerlinerInnen haben – allgemein gesprochen – wenig Geld, geben aber gerne aus. Die Frankfurter wiederum verfügen im Großen und Ganzen über mehr Einkommen, sind aber sparsamer.“ Diese Aspekte könne man in der Pastoralarbeit berücksichtigen: „Zum Beispiel den Gott, der teilt oder der gerne gibt, in den Mittelpunkt stellen.“

Ein Haus der Religionen
Wie sich das Verhältnis zwischen Stadt und Religion gut gestalten lässt, hat Martina Bär am Haus der Religionen in Bern kennengelernt. Dort hat sie den interreligiösen Dialog wissenschaftlich begleitet: „Menschen verschiedener Konfessionen, darunter Hindus, BuddhistInnen, AlevitInnen und Angehörige anderer kleinerer Gemeinschaften, haben jeweils einen eigenen sakralen Raum, begegnen sich unter einem Dach und feiern auch gemeinsam.“ Diese Idee möchte die Theologin ebenfalls in Graz vorantreiben.

Weitere Beziehungsarbeit wird Martina Bär im kommenden Wintersemester leisten. „Kunst im Krieg“ lautet der Titel der öffentlichen Vortragsreihe, die sie gemeinsam mit dem Minoritenkloster in Graz vorbereitet. Der inhaltliche Bogen spannt sich von den Bauernkriegen vor 500 Jahren, die zum Beispiel auf Altarbildern dargestellt sind, bis hin zur künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Ukraine-Krieg.

Erstellt von Andreas Schweiger

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