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Universität Graz Neuigkeiten Gleichberechtigt

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Mittwoch, 21.10.2020

Gleichberechtigt

Das Projekt mit der Universität Gaza wird im November abgeschlossen. (Foto: Uni Graz)

Das Projekt mit der Universität Gaza wird im November abgeschlossen. (Foto: Uni Graz)

Die Universität Graz fördert durch eine Kooperation mit der Islamischen Universität Gaza die Gleichberechtigung in Palästina.

Frauenrechte und soziale Entwicklung sind Schwerpunkte einer außergewöhnlichen Kooperation der Universität Graz mit der Islamischen Universität Gaza (IUG). Die gemeinsame Entwicklung von Lehrplänen sowie Zusammenarbeit in der Forschung sollen die Gleichstellung vorantreiben und Frauen zu mehr Autonomie und Selbstbestimmung verhelfen. Erste Erfolge sind die Einrichtung eines Zentrums für Frauenstudien sowie die Durchführung von Lehrveranstaltungen, Trainings und öffentlichen Vorträgen mit wissenschaftlichem Hintergrund an der IUG.

Studierende beider Universitäten konnten bereits an insgesamt fünf Masterkursen zu interdisziplinären Geschlechterstudien teilnehmen, die Lehrende aus Graz und Gaza gemeinsam in einem virtuellen Hörsaal abhielten. „Beide Teams mussten zahlreiche Herausforderungen bewältigen, die vielen von uns neu waren. Dennoch handelt es sich sicherlich um die schnellste institutionelle Entwicklung eines ganzen Studienprogramms inklusive dessen Infrastruktur und der intellektuellen Grundlagen, die ich bisher erlebt habe“, berichtet Libora Oates-Indruchová vom Institut für Soziologie, Projektleiterin seitens der Universität Graz. Auf Initiative des neu geschaffenen Zentrums für Frauenstudien beschäftigten sich auch andere Hochschulen, staatliches Verwaltungspersonal und die Öffentlichkeit in Gaza mit Frauenrechten, Friedensförderung und Genderfragen und der Planung von erwünschten Veränderungen. „Diese Initiative soll das Thema Gleichstellung nicht nur in Bildung und Forschung verankern, sondern auch den staatlichen Institutionen näherbringen“, erklärt Oates-Indruchová.

Masterarbeiten: gespiegelt

Neben der Steigerung der akademischen Bildungskapazität durch Kurse und Vorlesungen sowie dem Aufbau einer Fachbibliothek wurde über sogenannte „Spiegel-Masterarbeiten“ eine Forschungskooperation ermöglicht. Bei diesem innovativen Ansatz forschten jeweils Studierende der IUG und der Uni Graz in Zweiergruppen an ähnlichen Themen und tauschten ihre Erfahrungen über eine Online-Plattform aus.

Große Erfolge

Das im Zuge der Zusammenarbeit an der Islamischen Universität Gaza eingerichtete Zentrum für Frauenstudien organisiert Konferenzen, öffentliche Vorträge und Trainings mit wissenschaftlichem Hintergrund. Ein Basiskurs zu Menschenrechten enthält nun auch Einheiten zu Frauenrechten, deren Inhalte das Grazer Team zusammenstellte. Ein von der Universität Graz mitentwickeltes Konzept für ein Masterprogramm in Frauen- und Geschlechterstudien an der IUG ist in Begutachtung; mit einer entsprechenden Genehmigung wird im Laufe des Jahres gerechnet. Weiters wurde eine Kooperation beider Unis im Rahmen des Austauschprogramms ERASMUS+ angebahnt. „Unsere Universität arbeitet an vorderster Front daran, Geschlechtergerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu fördern. Wir beobachten bei unseren Veranstaltungen stetig wachsende Besucherzahlen von Universitätspersonal, Studierenden, NGOs und Ministerien-BeamtInnen“, zieht Professorin Sanaa Aboudagga, die Projektverantwortliche an der Islamischen Universität Gaza, überaus positive Bilanz.

Das Projekt „Strengthening Higher Education Capacities in Palestine for Gender Equality“ wurde von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit unter dem Hochschul-Kooperationsprogramm APPEAR (Austrian Partnership Programme for Higher Education and Research) finanziert. Über ein Folgeprojekt wird momentan verhandelt.

Die Präsentation des Projektes findet am Mittwoch, den 28. Oktober, um 10 Uhr im Seminarraum 15.21. des RESOWI-Zentrums der Universität Graz statt.
Anmeldungen sind unter socpublicevent(at)uni-graz.at möglich.

Weitere Informationen unter www.appear.at/she-ge

Erstellt von Joachim Hirtenfellner

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