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Dienstag, 01.06.2021

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Heribert Truschnegg, stellvertretender wissenschaftlicher Leiter des Universitätskurses „Pflege bei psychiatrischen Erkrankungen“, spricht über Therapieboom, die Weiterentwicklung der psychiatrischen Pflege sowie Karrierechancen in diesem Bereich. Foto: UNI for LIFE.

Heribert Truschnegg, stellvertretender wissenschaftlicher Leiter des Universitätskurses „Pflege bei psychiatrischen Erkrankungen“, spricht über Therapieboom, die Weiterentwicklung der psychiatrischen Pflege sowie Karrierechancen in diesem Bereich. Foto: UNI for LIFE.

Premiere für den neuen Universitätskurs „Pflege bei psychiatrischen Erkrankungen“, Anmeldung bis 17. Juni

Der von UNI for LIFE angebotene Universitätskurs „Pflege bei psychiatrischen Erkrankungen“ startet zum ersten Mal in diesem Herbst, Anmeldeschluss dafür ist am 17. Juni 2021. Vorab spricht Heribert Truschnegg, stellvertretender wissenschaftlicher Leiter des Kurses, über Therapieboom, die Weiterentwicklung der psychiatrischen Pflege sowie Karrierechancen in diesem Bereich. 

 

Welche Auslöser gibt es für psychiatrische Erkrankungen und welche nehmen Sie aktuell vermehrt wahr? 
Heribert Truschnegg:
Wir leben in einer sehr schnelllebigen Zeit. Stress, Überbelastung und unbearbeitete Themen machen sich früher oder später bemerkbar. Bezeichnenderweise hat gerade die Corona-Pandemie – in der wir alle mehr Zeit zuhause verbracht haben – diese Problematik verschärft. Denn speziell im Homeoffice war/ist es für viele Menschen schwer, zwischen Arbeit und Freizeit zu trennen und ihren Verpflichtungen auf gesunder Weise nachzukommen. Wenn man keine Ruhe mehr findet, pathologisches Suchtverhalten, Depressionen, aggressive Konflikte oder Gewalt zutage treten, braucht es professionelle Unterstützung. Es wäre aber auch wichtig, selbst so früh wie möglich zu versuchen, wieder in Balance zu kommen, etwa durch Achtsamkeitstraining.  

Warum braucht es ein akademisches Weiterbildungsangebot wie diesen Universitätskurs? 
Truschnegg:
Ausschlaggebend für diesen Universitätskurs war der Wunsch vieler Pflegedienstleitungen, ihr Personal höher zu qualifizieren. Die Situationen in der Betreuung von Personen mit einer psychiatrischen Erkrankung können sehr herausfordernd sein. Da ist es ein umfassendes Grundlagenwissen wichtig, um schnell und gut reagieren zu können. Eine steiermarkweite Umfrage unter den PflegeassistentInnen hat ergeben, dass sie auch selbst hier Weiterbildungsbedarf sehen. 

Anderen helfen und gleichzeitig im Job erfolgreich sein: Wie sehr kann Menschlichkeit zum Karrieremotor werden? 
Truschnegg: 
Aufstiegschancen im klassischen Sinn bietet  diese Weiterbildung derzeit vermutlich generell nicht, aber auf jeden Fall berechtigt sie zum Tragen der Zusatzbezeichnung „Pflege bei psychiatrischen Erkrankungen“ Um den Berufsstand aller Pflegepersonen nachhaltig auf eine höheres Level zu heben, wäre es allerdings notwendig einige Schlüsselfaktoren  zu verbessern : einerseits die akademische Ausbildung, andererseits die Integration der Pflegewissenschaft in die Praxis. Die Akzeptanz der neuen Pflegeberufe gehört ebenfalls geschärft und ihr Gehalt erhöht. Ausreichend Personal – und dadurch mehr Zeit für die PatientInnen – würde zudem zu einer deutlichen Qualitätssteigerung führen. Bis das alles erreicht ist, ist unser Universitätskurs jedenfalls eine sehr gute Möglichkeit für bereits in der Pflege aktiven Personen, mehr Sicherheit in ihrem täglichen Tun zu entwickeln. Diese Sicherheit baut auf einem umfassenden Wissensstand zu unterschiedlichen Therapieformen, Stress-Prophylaxe sowie der Bewältigung von psychosozialen Krisen auf.

 

>> Am 1. Juli findet von 17 bis 18 Uhr ein kostenloses Info-Event online statt. Alle Infos dazu und zum Universitätskurs gibt es auf: https://www.uniforlife.at/de/weiterbildung/gesundheit-naturwissenschaften/universitaetskurse/pflege-bei-psychiatrischen-erkrankungen/

 

Erstellt von Gerhild Leljak

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