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Universität Graz Neuigkeiten Forschung kennt keine Grenzen

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Freitag, 07.02.2025

Forschung kennt keine Grenzen

Ein Mann steht in der Aula der Uni Graz ©wild und wunderbar

Joachim Reidl ist Vizerektor für Forschung an der Universität Graz. Dem Molekularbiologen ist besonders die Förderung des Nachwuchses extrem wichtig. Foto: wildundwunderbar

Im Jahr 2024 gab es für die Uni Graz einen starken Förderregen: ERC-Grants und Anerkennungen des FWF. Erfolgreiche Forschung lässt sich eben nicht nur innerhalb des Elfenbeinturms aus betreiben, sondern verlangt nach Mut, über Grenzen zu gehen – die eigenen, disziplinären wie auch geografischen.

Die Universität Graz hat 2024 bedeutende Forschungserfolge erzielt. Welche dieser Leistungen empfinden Sie persönlich als besonders wegweisend?

Joachim Reidl: Ein zentraler Meilenstein war die Übernahme des Leads im FWF Programm Cluster of Excellence "MetAGE", eine hoch anerkannte Initiative in der Gesundheits- und Altersforschung. Das unterstreicht die herausragende Stellung der Universität Graz in der nationalen Forschungslandschaft. Bemerkenswert ist auch die Entwicklung des wissenschaftlichen Nachwuchses: Im vergangenen Jahr konnten zwei ERC-START- und ein FWF-START-Preise eingeworben werden, was die Gesamtzahl der ERC-Projekte an unserer Universität auf 17 erhöhte. Elf dieser Projekte wurden allein in den vergangenen drei Jahren initiiert – ein beeindruckender Fortschritt, der insbesondere jungen Forschenden neue Perspektiven bietet.

 

Die Geisteswissenschaftliche Fakultät verzeichnete 2024 eine rege Forschungstätigkeit mit zahlreichen Drittmittelprojekten. Wie unterstützen Sie die interdisziplinäre Forschung?

Reidl: Die Schaffung von Freiräumen für Forschende, zum Beispiel durch die Reduktion von Lehrverpflichtungen und Unterstützung durch Schwerpunktbildung, bildet einen zentralen Pfeiler unserer Strategie. Die Geisteswissenschaften haben mit ihrer erfolgreichen Einwerbung von Drittmitteln die hohe Qualität ihrer Forschung eindrucksvoll demonstriert. Wir unterstützen interdisziplinäre Projekte durch gezielte Investitionen in Infrastruktur wie Forschungsmanager:innen, Sachmittel und zusätzliches Personal. So konnten etwa das von der NOMIS-Stiftung geförderte Projekt „Elastic Borders“ von Bilgin Ayata sowie ein neuer Spezialforschungsbereich zur Osteuropa-Forschung erfolgreich etabliert werden.

 

Die Universität Graz legt großen Wert auf die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Wie sieht das Angebot aus?

Reidl: Seit 2022/23 liegt ein starker Fokus auf der gezielten Förderung von High Potentials. Als neues Förderinstrument dient seit 2023 das neue ASTRA-Programm, das als Nachfolger von FWF-START jungen Forschenden strukturierte Unterstützung bietet und wir versuchen unsere high potentials zur Antragstellung zu motivieren. Unser Angebot umfasst zudem Schreibschulungen, Interviewtrainings sowie Hilfestellungen bei der Antragstellung, um die Erfolgsaussichten zu maximieren. Darüber hinaus sorgt unser Forschungsmanagement für eine umfassende Begleitung – von der Konzeptentwicklung über die Einreichung bis hin zur Umsetzung der Projekte. Mentoring-Programme und individuelle Coaching-Möglichkeiten runden dieses Angebot ab.

 

Welche neuen Kooperationen wurden 2024 eingegangen, um globale Herausforderungen anzugehen?

Reidl: Ein Vorzeigeprojekt internationaler Kooperation ist „BioDiMoBot“, geleitet von Ronald Thenius, das sich mit innovativen Methoden zur Analyse der Wassergüte befasst und von der EU mit 2,5 Millionen Euro gefördert wird. Gleichzeitig bildet die europäische Forschungsallianz ARQUS eine essenzielle Plattform, um langfristige Netzwerke aufzubauen und sich auf kommende EU-Förderprogramme vorzubereiten. Besonders hervorzuheben ist die langjährige Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig, die es uns ermöglicht, interdisziplinäre Projekte auf internationaler Ebene weiter auszubauen.

 

Wie bedeutend ist das Überwinden von Grenzen – vorrangig in der Wissenschaft?

Reidl: Die Zukunft der Forschung liegt in der bewussten Überwindung fachlicher und institutioneller Grenzen. Unsere Profilbereiche fördern konsequent die Zusammenarbeit von Forschenden aus verschiedenen Disziplinen, was insbesondere bei zentralen Themen wie Klimawandel, Nachhaltigkeit und demografischem Wandel sichtbar wird. Unser langfristiges Ziel ist es, die Universität Graz als internationalen Knotenpunkt für exzellente Forschung zu etablieren. Der Erfolg unserer Wissenschaftler:innen basiert dabei nicht nur auf ihrer Fachkompetenz, sondern auch auf ihrer Bereitschaft, innovative und interdisziplinäre Ansätze zu verfolgen. So gestalten wir eine Forschungskultur, die sich durch visionäres Denken und gesellschaftliche Relevanz auszeichnet.

Erstellt von Konstantin Tzivanopoulos

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