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Universität Graz Neuigkeiten Die Schizophrenie der Kunststoffe

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Mittwoch, 12.07.2017

Die Schizophrenie der Kunststoffe

David Schönmayr analysiert das System der automotiven Kunststoffproduktion und -Verwertung. Foto: Stefanie H. Fotografie

David Schönmayr analysiert das System der automotiven Kunststoffproduktion und -Verwertung. Foto: Stefanie H. Fotografie

Absolvent der Uni Graz entwickelte Fahrplan für Recyclingherausforderungen der Automobilindustrie

Rohölproduktion und Plastikmüll auf der einen Seite, CO2-Einsparungen und rekordverdächtige Sicherheit auf der anderen Seite. Das ist die Schizophrenie des High-Tech Materials Kunststoff im Automobil, wie es David Schönmayr, PhD, bezeichnet. Schönmayr analysierte dieses Paradoxon in seinem Doktoratsstudium an der Karl-Franzens-Universität Graz und hat nun nach seinem Promotion ein Buch bei Springer veröffentlicht: „Automotive Recycling, Plastics, and Sustainability“.
„Die Nutzungsphase von Autos wird ökologisch betrachtet immer weniger relevant, da der CO2-Verbrauch pro Kilometer durch Kunststoff-Leichtbau, effiziente Antriebe und Elektromobilität stetig sinkt“, erklärt der Absolvent der Uni Graz „Der Nachteil ist, dass die Produktion und die Verwertung nach der Nutzung immer komplexer werden. Dort verstecken sich nun einige der vermeintlich eingesparten Umweltauswirkungen.“ Deshalb, so Schönmayr, müssten jetzt genau neue Lösungen entwickelt werden.
In seinem Buch analysiert der Forscher dazu das System der automotiven Kunststoffproduktion und -Verwertung, liefert praktische Tools, Prognosen, Szenarien und die Ergebnisse einer europaweiten Expertenumfrage. Dabei zeigt er beispielsweise, dass der Einsatz recycelter Kunststoffe aktuell noch bei weniger sicherheitskritischen Bauteilen – wie Radläufen, Abdeckungen, Gehäusen und Wasserabweisern – sowie EcoDesign die zwei wichtigsten Schritte sind, um Automotivkunststoffe nachhaltiger zu gestalten. „Selbst Verbundwerkstoffe und Biokunststoffe schneiden deutlich schlechter ab“, weiß Schönmayr, der auch eine „Roadmap für Kunststoffkreisläufe in Unternehmen“ erarbeitet hat.

Der Autor ist Fachmann der unternehmerischen Nachhaltigkeit. Er hat sein Doktorat am Institut für Geographie und Raumforschung sowie am Institut für Systemwissenschaften, Innovations- und Nachhaltigkeitsforschung der Karl-Franzens-Universität Graz absolviert. Aktuell ist er im Cleantech-Cluster der Business Upper Austria – OÖ Wirtschaftsagentur GmbH aktiv und setzt nachhaltige Projekte mit Industrie und Forschung um. Eines der Projekte, Kunststoff-CSI, wurde kürzlich mit dem Energy Globe Award Austria ausgezeichnet.

>> Infos zum Buch

Erstellt von Andreas Schweiger

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