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Donnerstag, 17.12.2020

Alle Achtung!

Das Cover von "Student Engagement in the Language Classroom" zeigt einen Schwan, der seinen Flug beginnt. Auch das Erlernen einer Sprache braucht die passenden Voraussetzungen, Motivation und Durchhaltevermögen. Foto: Multilingual Matters/Channel View Publications Ltd.

Das Cover von "Student Engagement in the Language Classroom" zeigt einen Schwan, der seinen Flug beginnt. Auch das Erlernen einer Sprache braucht die passenden Voraussetzungen, Motivation und Durchhaltevermögen. Foto: Multilingual Matters/Channel View Publications Ltd.

Zwei neue Bücher zeigen wie SchülerInnen gefesselt werden – von aktivem Unterricht 

2020, das Jahr des „home schooling“ und des „distance teaching“, hat sowohl für LehrerInnen als auch für SchülerInnen viele neue Herausforderungen mit sich gebracht. Und alte Schwierigkeiten waren auch noch da: Neugier wecken, Aufmerksamkeit aufrechterhalten, Motivation befeuern. Nicht immer leicht, wenn man Stunde um Stunde vor dem Laptop verbringt. Ein kürzlich erschienenes Buch gibt Tipps für einen motivierenden, aktiven Unterricht. Es richtet sich speziell an LehrerInnen einer Fremdsprache, der Sukkus lässt sich aber auch auf andere Fächer übertragen. 

Rätsel und Cliffhanger

Sarah Mercer, Sprachlehrforscherin an der Universität Graz und Co-Autorin von “Engaging Language Learners in Contemporary Classrooms“: „Es gibt drei wichtige Phasen in allen Lernprozessen. Im ersten Schritt schaffen Lehrende ein emotionales Klima, das ein aktives Mitarbeiten der SchülerInnen fördert. Das erleichtert uns den nächsten Schritt, in dem wir Neugierde bei ihnen hervorrufen wollen. Und haben wir diese, fällt der dritte Schritt viel leichter: das Dranbleiben am Lernstoff.“ Sarah Mercer und ihr Co-Autor, der Linguist Zoltan Dörnyei von der University of Nottingham, haben in ihrem Buch für jede dieser Phasen Prinzipien zusammengefasst und diese mit konkreten Handlungsvorschlägen untermauert. Durch diese Kombination können LehrerInnen ihre Unterrichtsmethoden reflektieren und sie, falls nötig, an neue Umstände anpassen – etwa an die online Lehre. Denn auch dort gelten die drei Phasen – und die dafür vorgeschlagenen Aktionen. „Dazu gehören zum Beispiel Rätsel und überraschende Wendungen in die Stoffvermittlung einzubauen“, schildert Mercer und führt aus: „Aus gut gemachten Serien kennen wir alle cliffhanger endings, bei denen man unbedingt weiter schauen will. Unterricht kann auch so gestaltet sein, dass SchülerInnen die Antwort auf bestimmte Fragen unbedingt wissen möchten.“  


>> Mehr dazu in “Engaging Language Learners in Contemporary Classrooms”, erschienen bei Cambridge University Press 

 

Emotionales Fundament 

Sarah Mercer ist, gemeinsam mit Phil Hiver und Ali Al-Hoorie, auch Co-Editor eines weiteren, kürzlich erschienenen Buchs, das sich mit demselben Thema befasst, dabei allerdings die Perspektive der angewandten Sprachforschung einnimmt: „Student Engagement in the Language Classroom”. „Dieses Buch besteht aus 15 wissenschaftlichen Beiträgen und ist für ForscherInnen gedacht, die sich mit Fremdsprachenerwerb beschäftigen“, schildert Sarah Mercer. In diesem Bereich ist dieses Buch der erste Sammelband, der theoretische und empirische Erkenntnisse vereint. 

Der namensgebende Begriff „Engagement“ nimmt großen Raum in dieser Publikation ein. Mercer erläutert, dass Forschungen im Bereich des Fremdspracherwerbs sich bislang hauptsächlich mit dem Schlagwort „Motivation“ befasst haben. Tatsächlich ist aber Motivation bei SchülerInnen oft vorhanden, und dennoch reicht sie allein nicht für den Lernerfolg aus. Deshalb verschiebt sich die Forschung momentan in Richtung „Engagement“, einem Terminus, der nur schwer adäquat ins Deutsche zu übersetzen ist. „Gemeint ist damit jedenfalls, dass SchülerInnen aktiv an eine Aufgabe herangehen und auch mit Ausdauer dabeibleiben“, beschreibt Mercer.  
 

>> Mehr dazu in „Student Engagement in the Language Classroom”, erschienen bei Multilingual Matters/Channel View Publications Ltd

Erstellt von Gerhild Leljak

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