Grazer Vorlesungen zur Kunst des Schreibens mit Mascha Jacobs, Teil 1
Teil 1: Under an Influence
„Und was nützen Bücher,“ dachte Alice, „ohne Bilder und Gespräche?“ in „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll. Dieses Zitat führt direkt ins Herz der Vorlesungen, in denen es um die Begeisterung für Texte gehen soll. Und wie sie übertragen und vermittelt werden kann. In ihren Vorlesungen will Mascha Jacobs darüber nachdenken, wie sich Lesen und Schreiben gegenseitig befeuern. Wie Sprache an die Lust gebunden ist und wie sie ein Begehren freisetzen kann, das sowohl Lesende als auch Schreibende kennen. Auch in ihrem seit 2018 erscheinenden Podcast „DEAR READER“, in dem sie lesebegeisterte Autor*innen einlädt, mit ihr über ihre Lieblingstexte zu sprechen, geht es um diese Wechselwirkung zwischen fremden Texten und dem eigenen Schreiben.
Doch was sind verführerische Texte? Was macht sie aus? Wie verändern sie die, die sie lesen? Und was machen sie daraus? Wie überträgt sich die Begeisterung im Gespräch auch auf andere? Wie stark sind die eigenen Bewertungskriterien und wann gelingt es Texten, die man aus verschiedenen Gründen nicht mag, dass man sich ihnen dennoch hingibt?
Lesen erfordert eine Art Hingabe, die keinesfalls passiv ist, sondern ein inneres Gespräch auslöst und uns zugleich von uns selbst absehen lässt. Statt wie in ihrem Podcast Ihnen und Euch zwei ihrer Lieblingstexte vor dem Hintergrund dieser Fragen vorzustellen, will Mascha Jacobs am ersten Abend unter dem Titel „Under an Influence“ Texte in den Vordergrund stellen, die aus Liebe zu anderen Texten entstanden sind: „Albertine. 59 Liebesübungen + Appendizes“ von Anne Carson (Matthes und Seitz) und „Zwei Jahre aus dem Leben mit Gertrude Stein“ (Brinkmann und Bose) von Frieda Grafe.
In Kooperation mit dem Institut für Germanistik und dem Literaturverlag Droschl