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Universität Graz Neuigkeiten Vitamin E als Schlüssel: Pharmazeut hat Substanz gefunden, die Entzündungen „abschaltet"

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Montag, 13.07.2026

Vitamin E als Schlüssel: Pharmazeut hat Substanz gefunden, die Entzündungen „abschaltet"

Laborperson pipettiert Flüssigkeit in eine Mikrotiterplatte, daneben stehen Probenflaschen und ein Mikroskop.

Vitamin E ist für seinen positiven Einfluss auf Immunprozesse bekannt. Forschende haben jetzt sogar eine doppelte Wirkung auf entzündungssteuernde Botenstoffe entdeckt. Foto: Catalin/Adobe Stock.

Alzheimer, Adipositas oder Atherosklerose: Viele Zivilisationskrankheiten werden von einer Entzündung vorangetrieben oder begleitet. „Therapien zielen meistens darauf ab, das Fortschreiten der Inflammation zu blockieren. Für eine langfristige Heilung muss sie aber vollständig aufgelöst werden“, weiß Andreas Koeberle, Pharmazeut an der Universität Graz. Im Normalfall leistet der Körper diese Arbeit selbst. Funktioniert dieser Prozess allerdings nicht einwandfrei, können chronische Entzündungen entstehen, die etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs begünstigen.

 

Koeberle hat in einem internationalen Forschungsprojekt Wirkstoffe untersucht, die das Potenzial haben, sowohl entzündungshemmend zu wirken als auch eine bestehende Inflammation aufzulösen. Fündig geworden ist das Team bei einer Form von Vitamin E: „Dieses Molekül hat die gesuchte doppelte Wirkung auf entzündungssteuernde Botenstoffe. Zudem schützt es Zellen vor der Ferroptose, einer Art von Zelltod, die zur Entzündungsreaktion beitragen kann“, beschreibt Koeberle. 

Die gefundene Substanz kann im menschlichen Körper gebildet werden und weist außerdem große Ähnlichkeit zu einem Inhaltsstoff der Bitterkola-Pflanze auf. Diese wird in der traditionellen afrikanischen Medizin schon lange bei entzündlichen Erkrankungen eingesetzt. „Ob die beiden leicht unterschiedlichen Verbindungen den gleichen Wirkmechanismus haben, muss allerdings erst noch bestätigt werden“, erklärt der Forscher.

Weitere Studien sind notwendig

Vitamin E ist für seinen positiven Einfluss auf Immunprozesse bekannt. Daher haben die Forscher:innen aus Graz, Innsbruck, Angers (Frankreich), Jena (Deutschland) und Neapel (Italien) diesen Stoff untersucht, sowie 24 Derivate davon, die auch im menschlichen Körper gebildet werden können. „Um den therapeutischen Nutzen zu belegen, sind nun weitere Experimente nötig, insbesondere in Modellen, die entzündungsgetriebene Gewebeschäden abbilden“, fügt Koeberle hinzu. Die Ergebnisse der aktuellen Studie sind in der Fachzeitschrift Acta Pharmaceutica Sinica B erschienen. 

Publikation: 
Permann, S., Brunner, E., Alsabil, K., Werner, M., Waltl, L., Viault, G., D’Avino, D., Perkowski, B., Siller, A., Fritsch, L., Perna, S., Schennach, H., Séraphin, D., Koeberle, S.C., Jordan, P., Roviezzo, F., Richomme, P., Rossi, A., Helesbeux, J.J., Werz, O., Koeberle, A. (2026) Tocotrienol metabolites redirect lipid mediator production in innate immune cells towards inflammation resolution. Acta Pharm Sinica B, https://doi.org/10.1016/j.apsb.2026.06.056

 

>> Wer sich für die Erforschung von Wirkstoffen interessiert, kann an der Universität Graz Pharmazeutische Wissenschaften studieren. 

Erstellt von Gerhild Leljak

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