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Universität Graz Neuigkeiten Politologe Filzmaier gab Einblicke in das Wahlverhalten der Steirerinnen und Steirer

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Donnerstag, 14.11.2024

Politologe Filzmaier gab Einblicke in das Wahlverhalten der Steirerinnen und Steirer

Eine Podiumsdiskussion mit einem führenden politischen Analysten und einer Journalistin in einem Bürokonferenzraum. Die beiden Personen sitzen an ihren Schreibtischen und sprechen zum Publikum. Im Hintergrund sind dezente gelbe Akzente zu sehen, die wichtige Elemente wie Banner, Sitzordnung und Zusammensetzung der Menge hervorheben. ©MICHAELA PFLEGER

Der Politologe Peter Filzmaier und Sigrid Hroch, ORF-Moderatorin und Obfrau des Steirischen Presseclub, sprechen über das Wahlverhalten in der Steiermark. Foto: Steirischer Presseclub, Mias Photoart

Österreichs wohl bekanntester Politologe Peter Filzmaier lieferte an der Universität Graz eine packende Analyse der steirischen Landtagswahl 2024. Vor vollem Haus im Unicorn erklärte der Professor an der Uni Graz, warum Social Media, Krisenzeiten und Wählerverhalten den Wahlausgang entscheidend beeinflussen – und warum langweilige Wahlkämpfe manchmal die besten sind.

Eines vorweg: Eine Prognose des Wahlergebnisses ließ sich Peter Filzmaier auch diesmal von Moderatorin und Presseclub-Präsidentin Sigrid Hroch nicht entlocken. Dennoch ließ der Abend, zu dem Universität Graz und der Steirische Presseclub ins Unicorn in der Schubertstraße geladen hatten, nichts an Spannung zu wünschen übrig. Mehr als 50 Interessierte waren der Einladung von Rektor Peter Riedler und Presseclub-Geschäftsführerin Alexandra Reischl gefolgt, um Österreichs renommiertestem Politikwissenschaftler einmal live zu sehen und mit ihm zu diskutieren. 

Filzmaier lieferte eine profunde Analyse des steirischen und österreichischen Wahlverhaltens seit 1945, erklärte, warum Wählerstromanalysen viel komplizierter sind, als man meinen würde („viele Leute wissen gar nicht mehr, was sie vor vier oder fünf Jahren gewählt haben“) und welche Schlüsselfragen den Wahlausgang in der Steiermark beeinflussen werden. „Da geht es um die Entwicklung des Landes seit 2019, aber auch um die Zufriedenheit der Menschen mit der Landesregierung.“ Letztere dürfte, wohl auch durch die multiplen Krisen der letzten Jahre, nicht sehr hoch sein. Dazu lieferte er überraschende Details, wie zum Beispiel die Tatsache, dass es in Österreich mehr als 1.300 eingetragene Parteien gibt.

Langweilig als Kompliment

Auch Alter, Geschlecht und Bildung, der Einfluss der Bundespolitik und der anstehenden Regierungsbildung und die derzeit meistdiskutierten Themen spielen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, herauszufinden, wo die Steirerinnen und Steirer am 24. November ihr Kreuzerl setzen werden. „Teuerung, Zuwanderung und Gesundheit waren diesmal vermutlich die drei Topthemen“, so der Politologe. Und er attestierte den steirischen Parteien einen „langweiligen, weil themenorientierten Wahlkampf – und das ist durchaus als Kompliment gemeint“. Wobei Wahlkampagnen selbst wohl oft in ihrer Bedeutung überschätzt würde. „Wahlen werden in den vier Jahren davor, nicht in den letzten vier Wochen vor der Wahl gewonnen“, meint Filzmaier. 

Viele interessante Fragen wurden auch vom Publikum aufgeworfen, so zum Beispiel jene zur Social-Media-Präsenz der einzelnen Parteien. „Hier hatten FPÖ und Grüne von Anfang an die Nase vorn, die renommierten Parteien sind in die Falle zwischen Taktik und Strategie getappt und haben die Bedeutung nicht früh genug erkannt.“  

Dass diese zweistündige, profunde Analyse wie im Flug verging, liegt wohl auch an Filzmaiers Motto: „Ich finde bei aller gebotenen Sachlichkeit muss man Politik auch mit Humor begegnen können – eine gute Demokratie hält beides aus.“

Vier Personen stehen vor der Leinwand und lächeln in die Kamera, darunter zwei Männer in grauen Anzügen und zwei Frauen in grauen Kostümen. Sie posieren für ein offizielles Foto während einer Veranstaltung. Im Hintergrund stehen gelbe Stühle. ©MICHAELA PFLEGER
©MICHAELA PFLEGER
Politologe Peter Filzmaier mit der Geschäftsführerin des Steierischen Presseclubs, Alexandra Reischl, Sigrid Hroch, Obfrau des Steirischen Presseclubs und Rektor Peter Riedler. Foto: Steirischer Presseclub/Mias Photoart
Eine Totale von einem Publikum in der ersten Reihe bei einer Veranstaltung, das einem Expertenvortrag lauscht, Fokus auf Gesichter, Perspektive auf Augenhöhe ©MICHAELA PFLEGER
©MICHAELA PFLEGER
Rund 50 Personen kamen ins Unicorn, um Peter Filzmaiers Analyse über den politischen Herbst in der Steiermark zuzuhören. Foto: Steirischer Presseclub/Mias Photoart

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