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Universität Graz Neuigkeiten Pilotstudie: die Südweststeiermark im NS-Regime

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Dienstag, 16.01.2024

Pilotstudie: die Südweststeiermark im NS-Regime

Markus Rieger-Roschitz, Barbara Stelzl-Marx, Joachim Schnabel, Bernadette Kerschler, Philipp Lesiak, Foto: BIK/Graf-Boyko

Präsentierten Forschungsergebnisse zur NS-Geschichte in der Südweststeiermark (v. l.): Markus Rieger-Roschitz, Barbara Stelzl-Marx, Joachim Schnabel, Bernadette Kerschler, Philipp Lesiak, Foto: BIK/Graf-Boyko

Das Ludwig Boltzmann Institut (LBI) für Kriegsfolgenforschung hat in Kooperation mit dem Institut für Geschichte der Universität Graz konkrete Themenfelder und Forschungslücken zur Geschichte der Südweststeiermark im NS-Regime erhoben. Eine neue Themenkarte informiert erstmals über 19 ausgewählte Erinnerungsorte.

Mit dem Entschluss der Region Südweststeiermark, das Erinnern bzw. Gedenken an die eigene Geschichte während der NS-Zeit mehr in den Fokus zu nehmen, wird ein wichtiger und gleichzeitig herausfordernder Schritt gesetzt. Während sich die öffentliche Gedenkkultur zur NS-Zeit in Österreich stark auf das KZ-System Mauthausen sowie die Ballungszentren mit ehemals großen jüdischen Gemeinden konzentriert, kommt es viel seltener zu einer entsprechenden Auseinandersetzung auf lokaler oder regionaler Ebene in ländlich geprägten Raum.
Als Ergebnis der Pilotstudie wird nun erstmals eine Themenkarte mit 19 ausgewählten Erinnerungsorten zu NS-Geschichte der Südweststeiermark der Öffentlichkeit präsentiert. Die Karte umfasst zum Beispiel das KZ-Subkommando Schloss Lannach, das KZ-Außenlager Aflenz, den Kloepferbrunnen in Eibiswald oder den Karwald bei St. Veit am Vogau.

Barbara Stelzl-Marx, Leiterin des LBI für Kriegsfolgenforschung und Professorin für europäische Zeitgeschichte an der Uni Graz, unterstreicht die Bedeutung dieses Projekts: „Diese Themenkarte ist ein wichtiger Wegweiser durch die NS-Vergangenheit in der Südweststeiermark, die als Region von Widerstand und Verfolgung, aber auch von Kollaboration und Anpassung geprägt war. Sie dient zur Orientierung und Verortung von NS-Erinnerungsorten, die vielfach auf den ersten Blick unsichtbar sind.“

Nationalratsabgeordneter Joachim Schnabel, Vorsitzender der Region Südweststeiermark, betont: „Neben einem umfangreichen Überblick über den Forschungsstand wurden weitere mögliche Vermittlungsmaßnahmen ausgearbeitet. So sind beispielsweise Vorträge und Diskussionsabende in der Region geplant, Projekte mit Schulen oder eine Medienkooperation zum Thema.
Die stellvertretende Vorsitzende der Region, Landtagsabgeordnete Bernadette Kerschler, verweist darauf, dass „die professionelle Aufarbeitung der NS-Zeit ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt für unsere Region ist. Nur wer sich mit der Vergangenheit auseinandersetzt, kann Verantwortung für die Zukunft tragen.“

Die Aktivitäten zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus in der Südweststeiermark wurden im Rahmen des Projekts ArchaeoRegion Südweststeiermark – Archäologie und Zeitgeschichte durchgeführt und werden aus Mitteln des Steiermärkischen Landes- und Regionalentwicklungsgesetzes unterstützt.

Erstellt von LBI für Kriegsfolgenforschung

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